Sie haben zwar den Stand der Wissenschaft betreffend der Rohstoff- und Energiegewinnung geschildert. Aber im ersten und vierten Teilbeitrag wird kein Wort über die Lärmentwicklung und deren Auswirkungen auf die Meeressäugetiere und auf die Fische verloren. Ich fürchte, dass es dabei zu erhöhtem Stress in der Tierwelt kommt und diese vermehrt aus den Abbaugebieten vertrieben wird. In einer ausgewogenen Berichterstattung hätte ich mir zumindest einen Absatz darüber gewünscht. Im Energiebericht wäre auch die Auswirkung der riesigen Unterwasser-Windmühlen, angeblicher Rotordurchmesser bis zu 35 Metern, auf die Tiere zu berücksichtigen gewesen.
Im dritten Beitrag, dem Interview mit Victor Smetacek, werden die Umweltschutzorganisationen als große Bösewichte dargestellt. Aber ist die Eisendüngung des Meeres wirklich so vorteilhaft, wie Herr Smetacek es darstellt? Die Algen sinken ab und nehmen das Kohlendioxid in die Tiefe mit. Wurde untersucht, was bei der Zersetzung dieser Algen und der Tiere, denen sie als Nahrung dienten, passiert? Was passiert, wenn das Meerwasser übersättigt ist?
Der letzte Satz von Herrn Smetacek – „die Wissenschaft muss für alle Optionen die notwendigen Informationen bereitstellen, auf deren Basis dann politische Entscheidungen getroffen werden können” – war in meinen Augen der wichtigste dieses ganzen Interviews.
Thomas Adelmann, Baden bei Wien
Wenn ich mir das Bild so ansehe (Teilbeitrag „Strom aus Strömung”, Seite 63: Gezeitenkraftwerk, Anm.d.Red.), dann empfehle ich einen Spaziergang an Dänemarks Westküste, wo deutsche Bunker „etwas abgesackt” grüßen. Eine solch simple Aufstellung kann nicht funktionieren. Merksatz: Wer aufs Meer will, muss schwimmen. Warum haben Kraftwerksbauer Angst vor Schwimmkörpern? Was das Konzept angeht: Es ist gut, aber uralt. Vor 55 Jahren habe ich Unterwasserpumpen für Tiefbrunnen nach diesem Prinzip warten müssen. Zum Preisvergleich mit Kohle kann man nur stöhnen oder sich ärgern. Wenn Kohlekraftwerke die Folgekosten ihres Handelns tragen müssten, wäre die Bilanz völlig anders. Sie sind eigentlich nur noch in Betrieb, weil man noch keine Alternativen entwickelt hat. Es wird Zeit, sie abzulösen.
Hans Erich Gunder, Dömitz
IM BANN DER LÖWENMENSCHEN
Heft 8/2009
Bei dem Löwenmenschen-Artikel stört mich die laienhafte Bezeichnung der Zähne des Raubtiergebisses. Die bei Säugern vorhandenen Eckzähne werden bei Raubtieren „Fangzähne” genannt. „ Reißzähne” sind bei Raubtieren die hinter den Eckzähnen liegenden Backenzähne, wobei Ober- und Unterkiefer scherenartig zusammenarbeiten. Diese echten Reißzähne eignen sich nicht zur Darstellung in Plastiken, um den Raubtiercharakter zu verdeutlichen, weil sie von außen auch bei geöffnetem Maul kaum zu erkennen sind und kein Drohpotenzial entfalten.
Günther Voß, Hamburg
ZWILLINGE
Titelgeschichte Heft 6/2009
Anlässlich des Leserbriefes in Heft 8/2009, in dem Herr Hennig die Ansicht vertritt, dass naturwissenschaftliche Themen zu kurz kommen, möchte ich Ihnen meine unbedingte Zufriedenheit mit bdw mitteilen. Den Bericht über die Zwillingsforschung habe ich geradezu verschlungen. Da auch andere Wissensbereiche nicht zu kurz kommen, halte ich die bdw nach wie vor für ausgewogen und freue mich, dass meine Söhne das Abo zu meinem Geburtstag erneut verlängert haben. Ich hoffe inständig, dass Herr Hennig tatsächlich der „einzige Meckerer in dieser Richtung” ist (Danke an ihn dafür, dass er trotz seiner Enttäuschung tolerant bleibt!) und dass diese Zeitschrift bleibt, wie sie ist. Viel Erfolg weiterhin!
Anneli Tavenrath, Moers
DIE MERKWÜRDIGSTE ZAHL
!Beutelspacher Heft 8/2009
Mit großer Aufmerksamkeit haben wir die Ausführungen von Prof. Beutelspacher zur Zahl 153 gelesen. Sind wir doch erst vor Kurzem bei der Bibellese von Johannes 21 in unserem Hauskreis an dieser Zahl in Vers 11 hängen geblieben: Warum nicht nur die Beschreibung „ein berstend volles Netz”, warum 153 Fische und nicht 144 oder 155 oder …? Wir haben eine eingängige Begründung gefunden. Die hebräische Sprache ist voller Symbolik. Im hebräischen Alphabet entspricht jeder Buchstabe einem Zahlenwert, und so lässt sich folgende Erklärung zum Gebrauch der Zahl 153 in diesem Evangelienbericht geben: Der auferstandene Jesus erscheint den Jüngern an den Ufern des Sees Genezareth. Sie erkennen ihn nicht. Er sagt von sich: „Ich bin der Herr”, hebräisch: „Ani Elohim”. In Buchstaben: alef, nun, jud, alef, lamed, waw, hey, jud, mem. In Zahlen: 1, 50, 10, 1, 30, 6, 5, 10 und 40. Das addiert sich zu 153! Die Jünger wussten, wie jeder Hebräisch-Muttersprachler, sicherlich mit dieser Symbolik umzugehen.
Ulrich und Helga Kilian, per E-Mail
Bei Zahlenangaben in der Bibel liegt eine Erklärung meist in symbolischen und nicht in mathematischen Hintergründen. Beim Fischzug des Petrus drängt sich eine Symbolik geradezu auf, denn warum sonst sollte es dem Schreiber des Johannes-Evangeliums so wichtig sein, die Zahl der überraschend gefangenen Fische so genau anzugeben? Nach Berichten griechischer Zoologen jener Zeit soll es 153 Fischarten in den Gewässern der Erde gegeben haben, so jedenfalls schreiben es sowohl der Übersetzer und Neutestamentler Friedrich Büchsel als auch der Theologe und Philosoph Rudolf Karl Bultmann in ihren Kommentaren zum Johannes-Evangelium. Diese gesamte Anzahl der Fischarten stehe für die Gesamtheit der Menschen. Weitere Hinweise: Das Netz symbolisiert das Himmelreich (nach Matthäus 13, 47), und Petrus wurde nach Lukas 5, 10 zum „Menschenfischer” berufen, also zum Gründer von christlichen Gemeinden. Dies alles zusammen könnte die merkwürdigen Anzahl der Fische erklären: Die 153 symbolisiert die Gesamtheit der Menschen im Netz der Kirche.
Wolfram Knapp, per E-Mail
Noch eine „merkwürdigste Zahl” aus der Bibel für Herrn !Beutelspacher: Schlag nach bei 1. Mose 14,14 – Abram zieht mit „ 318″ Knechten gegen feindliche Stämme aus. Viel Spaß beim Tüfteln – und: die Quersumme ist 12!
Wiltrud Wilken, Esens





