Scharfe Speisen aktivieren nicht Geschmacks-, sondern Schmerzzellen. Dabei war die Beschaffenheit des Capsaicin-Rezeptors, der auf den Cayennepfeffer- und Chili-Scharfstoff Capsaicin reagiert, bislang weitgehend unbekannt. Jetzt entschlüsselten Martin Koltzenburg von der Universität Würzburg in Zusammenarbeit mit amerikanischen und deutschen Forschern seine Struktur. Außerdem untersuchten sie genetisch veränderte Mäuse, denen dieser Schmerz-Rezeptor fehlt. Wie sich herausstellte, machte es den Tieren nichts aus, Chili-haltiges Wasser zu trinken. Mäuse, bei denen der Rezeptor funktionierte, ließen dagegen von einem solchen „Feuertrank” rasch ab und blieben lieber durstig. Die Capsaicin-Rezeptoren reagieren auch auf starke Hitze und chemische Reize wie entzündungsbedingte Säurebildung. Die Erforschung des Rezeptors wird bei der Entwicklung neuer Schmerzmittel helfen, die diesen Rezeptor blockieren und die Schmerzen bei Sonnenbrand oder chronischen Erkrankungen wie Rheuma lindern sollen.





