Zum Inhalt springen
Bild der Wissenschaft
AnmeldenAbonnieren
  • Astronomie & Physik
  • Erde & Umwelt
  • Archäologie
  • Gesundheit & Medizin
  • Technik & Digitales
  • Gesellschaft & Psychologie
  • Shop
  • Rezensionen
  • Podcast
  • BDW Plus
Bild der Wissenschaft
  • Astronomie & Physik
  • Erde & Umwelt
  • Archäologie
  • Gesundheit & Medizin
  • Technik & Digitales
  • Gesellschaft & Psychologie
  • Kolumnen
  • Nachgefragt
  • Rezensionen
  • Podcast
  • Lexikon
Wissenschaft-Newsletter
Die wichtigsten Entdeckungen der Woche direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Probeabo
  • BILD DER WISSENSCHAFT Marktplatz

Hefte

  • Sonderhefte
  • Einzelhefte

Unsere Partner

  • Fraunhofer IPA
  • Leibniz-Institut ifl
  • wissen.de
  • ScienceBlogs
  • experimenta
  • Wissenschaftspodcasts

Info

  • AGB
  • Mediadaten
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Vertrag widerrufen

Kontakt zur Redaktion

BILD DER WISSENSCHAFTErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

Tel: +49 (0)711 7594-392
E-Mail: wissenschaft@konradin.de
Folgen Sie uns
Bild der Wissenschaft als bevorzugte Quelle bei Google einrichtenAuf Google merken →
Konradin Mediengruppedamals.denatur.de
© 2026 Bild der Wissenschaft
Warenkorb

Dein Warenkorb ist leer.

Startseite/Erde & Umwelt/Artikel
San-Andreas-Graben: KI deckt verborgene Verschiebungen auf
Erde & Umwelt

San-Andreas-Graben: KI deckt verborgene Verschiebungen auf

An der San-Andreas-Verwerfung schieben sich die Nordamerikanische und die Pazifische Erdplatte aneinander vorbei. Ein Teil dieser Bewegung geschieht unmerklich, ohne seismische Erschütterungen. · Foto: © Ian Kluft via USGS/CC-by-sa 4.0

Unmerkliche Schübe: An der San-Andreas-Verwerfung in Kalifornien bewegen sich die Erdplatten nicht nur bei Erdbeben aneinander vorbei – auch sogenannte Slow-Slip-Ereignisse tragen zum Versatz bei. Wo und wann diese schwer detektierbaren Verschiebungen stattfinden und wie sie Erdbeben beeinflussen, haben nun Forschende mithilfe von KI-gestützten Analysen aufgedeckt. Das hilft, das Erdbebenrisiko besser einzuschätzen.
Autor
Nadja Podbregar
13. Juli 2026
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Erde & Umwelt

An Plattengrenzen wie dem San-Andreas-Graben in Kalifornien oder der ostanatolischen Verwerfung in der Türkei gleiten Erdplatten seitlich aneinander vorbei. Verhakt sich das Gestein dabei, staut sich Spannung im Untergrund auf und entlädt sich in Erdbeben. Doch dazu kommt es nicht immer: An vielen Abschnitten solcher Transformstörungen bewegen sich die Platten auch durch sogenannte Slow-Slip-Prozesse. Diese aseismischen, sehr langsamen Verschiebungen verringern die Spannungen und verringern dadurch das Bebenrisiko.

Schwer detektierbare Verschiebungen

Trotz dieser Bedeutung sind Slow-Slip-Ereignisse jedoch bisher kaum erforscht – auch, weil sie schwer nachweisbar sind. Gängige Seismometer können die nahezu erschütterungsfreien Bewegungen nicht detektieren und selbst hochsensible Deformationsmesser liefern schwer interpretierbare Daten. Denn die schwachen Signale der Slow-Slip-Ereignisse gehen im Grundrauschen unter.

Jetzt gibt es eine Lösung. Ein Team um Zahra Zali vom GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung in Potsdam hat eine KI-gestützte Methode entwickelt und getestet, die die subtilen Signale der Slow-Slip-Ereignisse aufspüren kann. „Künstliche Intelligenz ermöglichte es uns, Muster zu erkennen, die sonst unbemerkt geblieben wären“, erklärt Zali. Die Messdaten dafür lieferten Bohrloch-Dehnungsmesser, sogenannte Strainmeter, im kalifornischen Parkfield.

KI spürt verborgene Muster auf

Das Parkfield-Messfeld liegt auf halbem Weg zwischen San Francisco und Los Angeles direkt am San-Andreas-Graben. Dort sind schon seit Jahrzehnten unzählige Seismometer, Dehnungsmesser, GPS-Sensoren und weitere Messinstrumente installiert, um jede Bewegung der Verwerfung so präzise wie möglich zu überwachen und aufzuzeichnen. Für ihre Studie werteten Zali und ihr Team Dehnungsmesser-Daten aus der Zeit von 2009 bis 2021 aus.

Lage von Parkfield

Lage des Parkfield-Untersuchungsgebiets an der San-Andreas-Verwerfung. — © Zali et al./ Nature Communications, CC-by 4.0

Die Forschenden nutzten ihr KI-Modell, um in diesen Daten mithilfe des sogenannten Clusterings nach unentdeckten Mustern zu suchen. „Clustering ist ein unüberwachter Lernansatz, der ähnliche Datenpunkte gruppiert, ohne dabei vordefinierte Kategorien oder Beispiele zu verwenden“, erklären die Forschenden. Die von der KI entdeckten Muster glichen sie zusätzlich mit den Daten von GPS-Messungen ab, die kontinuierlich die subtile Verschiebung der beiden Erdplatten gegeneinander messen.

Erst ein aseismischer Schub, dann ein langsames Beben

Tatsächlich wurde das Team fündig: Die KI-gestützte Analyse identifizierte 92 Slow-Slip-Ereignisse am Parkfield-Abschnitt der San-Andreas-Verwerfung. Diese in Schüben auftretenden Verschiebungen hielten jeweils 25 bis 100 Minuten an und hatten ihren Ursprung in weniger als vier Kilometer Tiefe, wie nähere Analysen ergaben. Die Signale deuteten auf eine rechtslaterale Verschiebung entlang der Transformstörung hin – übereinstimmend mit den schon bekannten Bewegungsmustern.

Und noch etwas enthüllten die Auswertungen: Solche Slow-Slip-Ereignisse treten nicht isoliert auf, sondern meist kurz vor schwachen, niederfrequenten Erdbeben. „Die Häufigkeit solcher niederfrequenten Beben steigt während eines Slow-Slip-Ereignisses und an den beiden Folgetagen“, berichten Zali und ihre Kollegen. „Dies deutet darauf hin, dass die Slow-Slip-Ereignisse die lokalen Spannungen im Untergrund verändern.“ Dieser Stress-Transfer findet ihren Analysen zufolge vor allem am Übergang von kriechenden zu blockierten Abschnitten der Verwerfung statt.

Bedeutsam für Spannungstransfer und Bebenrisiko

Zusammengenommen legen diese Ergebnisse nahe, dass auch die kurzen Schübe aseismischer Bewegung beeinflussen, wie „geladen“ eine Verwerfung ist und wo Erdbeben entstehen. Damit haben sie auch Bedeutung für das Erdbebenrisiko an solchen Plattengrenzen. „Durch die Erkennung dieser verborgenen Signale können wir ein vollständigeres Bild davon gewinnen, wie sich Verwerfungen zwischen Erdbeben verhalten und wie Spannung durch die Erdkruste übertragen wird“, sagt Zali.

Die Forschenden gehen davon aus, dass ähnliche Slow-Slip-Ereignisse auch an anderen Transformstörungen weltweit auftreten. KI-gestützte Analysen könnten auch dort helfen, diese bisher kaum erforschten Bewegungen im Untergrund zu detektieren.

Quelle: Zahra Zali (GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung, Potsdam) et al., Nature Communications, 2026; doi: 10.1038/s41467-026-74095-9

ErdbebenParkfieldPlattengrenzeSan-Andreas-VerwerfungSlow SlipTransformstörung
Bevorzugte Quelle bei Google

Möchten Sie Bild der Wissenschaft in Ihren Google-Suchergebnissen bevorzugt sehen? Ein Klick genügt.

Bild der Wissenschaft als bevorzugte Quelle festlegen →

Mehr aus Erde & Umwelt

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Erde & Umwelt.

Alle Erde & Umwelt-Artikel
Forscher decken unerkannten Uran-Export auf
Erde & Umwelt

Forscher decken unerkannten Uran-Export auf

31. Juli 2026

Die Atomüberwachung hat eine Lücke: Mit Kobalterzen wurden tausende Tonnen Uran unerkannt aus dem Kongo exportiert – größtenteils nach China.

Waldbrände: Häufiger, heftiger, gefährlicher?
Erde & Umwelt

Waldbrände: Häufiger, heftiger, gefährlicher?

30. Juli 2026

In Spanien und Frankreich wüten derzeit verheerende Waldbrände. Welche Rolle spielt dabei der Klimawandel? Und wie groß ist die Gefahr für Deutschland?

Erdüberlastungstag: Ab heute leben wir auf Pump
Erde & Umwelt

Erdüberlastungstag: Ab heute leben wir auf Pump

30. Juli 2026

Heute hat die Menschheit alle natürlichen Ressourcen für dieses Jahr aufgebraucht – ab jetzt leben wir auf Kosten der Natur und kommender Generationen.

Ältester Meeressaurier mit gut erhaltenen inneren Organen entdeckt
Erde & Umwelt

Ältester Meeressaurier mit gut erhaltenen inneren Organen entdeckt

29. Juli 2026

Das Fossil eines Meeressauriers aus China offenbart einen Einblick ins Verdauungssystem des Urzeitjägers – und zeigt seine Anpassungen an ein Leben im Meer.

← Zurück zu Erde & UmweltZur Startseite