Natürlich benutzen Wissenschaftler schon lange automatisierte Bewegungsmaschinen, die ihnen Arbeit abnehmen, zum Beispiel um große Teleskope zu bewegen. Heute muss kein Astronom mehr kurbeln und schnaufen, um eine bestimmte Stelle im Nachthimmel anzupeilen. Das kann er jetzt bequem mit einem Klick aus dem Büro – oder Homeoffice – machen. Auch für die Handhabung von gefährlichen Materialien, etwa in der Chemie- oder Kernforschung, sind Roboterarme seit Jahrzehnten im Einsatz. Sowohl in der Industrie als auch in Servicebereichen übernehmen sie zudem repetitive Tätigkeiten, die ausdauernd akkurat ausgeführt werden müssen, etwa Flüssigkeiten abmessen und in Reagenzgläser füllen. Und in der Raumfahrt sind Roboter sowieso die Regel und Menschen die Ausnahme.
Doch in den letzten zehn Jahren hat sich das Feld der Forschungsroboter deutlich weiterentwickelt. Das liegt teilweise an der Künstlichen Intelligenz, mit deren Hilfe es nun einfacher ist, Robotern etwas beizubringen. Der Trend wird aber auch schlicht davon angetrieben, dass technologische Elemente wie Speicher, Sensoren und Kameras zunehmend kleiner, leichter und billiger werden. Dadurch sind Roboter heute nicht nur mobiler und einfacher herzustellen, sie können ihre Umgebung auch besser wahrnehmen und darauf reagieren.
Insbesondere dort, wo Menschen schwer oder nur unter Gefahr selbst forschen können, bedeuten Roboter einen großen Unterschied. Am CERN zum Beispiel werden Roboter genutzt, um Reparaturen in Bereichen mit gesundheitsgefährdender Strahlenbelastung auszuführen, und die NASA arbeitet an einem Roboter, der unter Eis schwimmen kann.
Aber nicht nur große Forschungsbetriebe profitieren. Die Vulkanologin Carolyn Parcheta etwa hat einen kleinen Roboter entwickelt, der ungefähr die Größe eines Schuhkartons hat, mit Lampen und Videokameras ausgestattet ist und sich auf zwei Rädern fortbewegt. Er wird genutzt, um kleine Höhlungen in Vulkankratern zu vermessen. Damit hoffen Vulkanologen mehr darüber zu erfahren, wie Magma an die Erdoberfläche dringt.
Eichhörnchen, Hühner und Insekten
Roboter können auch eingesetzt werden, um Tiere aus der Ferne zu studieren. Allerdings muss ich zugeben, dass hier nicht alles, was so als „Forschungsroboter“ durchgeht, einen vom Hocker haut. Wissenschaftler von der University of Davis in Kalifornien haben zum Beispiel im Jahr 2011 mit einem Roboter-Eichhörnchen Schlangenangriffe untersucht. Der sogenannte Roboter war aber nichts anderes als ein ausgestopftes Eichhörnchen, das auf einer Schiene vor und zurück bewegt werden konnte und seinen steifen Schwanz von einer Seite auf die andere schwenkte.
Aus derselben Zeit stammt ein Hennenroboter, der in einem Gemeinschaftsprojekt von Forschern in der Schweiz und Belgien entstand. Er sah aus wie eine Klopapierrolle auf Rädern, aber das schien die Küken nicht zu stören. Der Hennenroboter kommunizierte über Bluetooth, erkannte, wo die Küken waren, und konnte selbstständig Objekten ausweichen. Er wurde eingesetzt, um zu studieren, wie Küken gemeinsam Entscheidungen treffen.





