Das Rätsel um den gigantischen Gasring im Sternbild Löwe ist gelöst. Der Ring, der Galaxien der Leo-Gruppe umgibt, wurde in den 1980er-Jahren im Radiowellen-Bereich entdeckt und misst rund 650 000 Lichtjahre. Er wurde von manchen Forschern als „ primordial” interpretiert, das heißt als Urgas ohne merkliche Veränderungen seit dem Urknall. Nun sind Astronomen mit dem Canada-France-Hawaii-Teleskop auf dem Mauna Kea, Hawaii, erstmals optische Aufnahmen von den dichtesten Bereichen des Rings gelungen. Sie maßen Licht von massereichen jungen Sternen – was gegen eine primordiale Natur des Rings spricht. Die Astronomen um Leo Michel-Dansac von der Universität Lyon nehmen an, dass sich der Gasring vielmehr bei der frontalen Kollision zweier Galaxien gebildet hat. Computersimulationen bestätigten diese These. Demnach fand der galaktische Crash zwischen den Galaxien NGC 3384 und M 96 vor über einer Milliarde Jahre statt. Zwischen den Sternsystemen liegen heute 38 Millionen Lichtjahre. NGC 3384, in der Mitte der Leo-Gruppe, hat bei der Kollision wohl die Gasscheibe verloren, die dann zum Ring expandierte. Die massereiche Spiralgalaxie M 96 liegt am Rand der Leo-Gruppe.





