Eine Maus namens Agnes besitzt eine beneidenswerte Eigenschaft: Sie ist immun gegen den schmerzhaften Gelenkverschleiß, der mehr als die Hälfte aller Menschen über 65 quält. Verantwortlich für diese Besonderheit sind Wissenschaftler um den Mediziner Thomas Pap von der Universität Münster: Sie haben nicht nur entdeckt, was in den Gelenken von Arthrose-Patienten zum Abbau des Knorpels und damit zum Beginn der Krankheit führt. Es gelang ihnen auch, Agnes durch das Ausschalten des verantwortlichen Gens in ihrem Erbgut vor einer Arthrose zu schützen.
Dreh- und Angelpunkt der Entstehung von Arthrose ist demnach ein Eiweiß aus der Gruppe der Syndecane, das sich auf der Oberfläche der Knorpelzellen von Erkrankten findet, wie die Forscher herausgefunden haben. Es treibt die Zersetzung des Knorpels gleich auf zwei Fronten voran: Zum einen dient es einem zerstörerischen Enzym als Ankerplatz auf der Knorpelzelle, und zum anderen regt es die Bildung einer molekularen Schere an, die dieses Enzym aktiviert.
Mit dieser Entdeckung haben die Wissenschaftler auch ein Rezept gegen Arthrose gefunden: Die Blockade des Syndecans. Ein Weg dorthin führt über das Syndecan-Gen: Wird es wie bei Agnes ausgeschaltet, kann sich keine Arthrose bilden.





