Durch Afrika zieht sich ein gewaltiger Bruch: Der Ostafrikanische Graben erstreckt sich tausende Kilometer von der äthiopischen Afar-Senke im Norden bis nach Mosambik im Süden. Das tief eingekerbte, von unzähligen Vulkanen gesäumte Rift-Tal verrät, dass der afrikanische Kontinent an dieser Stelle allmählich auseinanderbricht. In ferner Zukunft könnte dort vielleicht sogar ein neues Meer entstehen – ähnlich wie vor Millionen Jahren beim Roten Meer.

Ein Riss von Tansania bis Namibia
Doch Ostafrika ist nicht die einzige Region Afrikas, in der die Erdkruste aufbricht: Geologen um Ruta Karolyte von der University of Oxford haben Indizien dafür entdeckt, dass auch im Süden des Kontinents ein neuer Rift entsteht. Den Anstoß für ihre Studie gab eine rund 2500 Kilometer lange topografische Zone, die sich von Tansania bis nach Namibia erstreckt. Sie fällt schon länger durch eine Häufung von Verwerfungen, heißen Quellen und geothermischen Anomalien auf – möglichen Symptomen eines Rifts.
Um dies zu überprüfen, haben Karolyte und ihr Team einen in Sambia gelegenen Teil dieser potenziellen Riftzone näher untersucht. Dafür entnahmen sie Flüssigkeitsproben aus sechs geothermischen Quellen in diesem sogenannten Kafue Rift und untersuchten die Isotopenverhältnisse des darin enthaltenen Heliums und Kohlenstoffs. Diese Werte verglichen sie mit denen von zwei geothermischen Quellen außerhalb der Kafue-Zone und mit Werten aus dem Ostafrikanischen Grabenbruch.
Aufgebrochen bis in den Erdmantel
Die Analysen enthüllten: Die Proben aus der potenziellen Riftzone in Sambia enthalten erhöhte Werte des Helium-Isotops 4He und auch Auffälligkeiten in den Kohlenstoff-Isotopen. In den beiden Kontrollproben zeigte sich dies hingegen nicht. „Die Helium-Isotopen-Signaturen deuten darauf hin, dass die heißen Quellen im Kafue-Rift eine direkte Verbindung mit dem Erdmantel haben“, erklärt Co-Autor Mike Daly von der University of Oxford. Dafür sprechen auch Übereinstimmungen in den Helium- und Kohlenstoffwerten mit jüngeren Bereichen des Ostafrikanischen Grabenbruchs.





