Der Mars-Meteorit ALH84001 wurde auf seiner Reise zur Erde nie heißer als 40 Grad Celsius.
Vor 16 Millionen Jahren schlug ein Asteroid auf die Marsoberfläche ein und schleuderte große Mengen von Gestein ins All. Unter ihnen war auch ein kartoffelgroßes Stück, das seine Reise durchs All vor rund 13.000 Jahren in der Antarktis beendete. 1996 gelangte der Meteorit ALH84001 zu spektakulärem Ruhm, als Wissenschaftler glaubten, in ihm versteinerte Mikroorganismen gefunden zu haben. Zwar wurden die Hoffnungen bald enttäuscht, doch ganz unmöglich scheint dies nicht zu sein. Benjamin Weiss vom California Institute of Technology glaubt, dass dieser Meteorit niemals wärmer als 40 Grad Celsius wurde. Somit hätten Bakterien, Sporen oder Samen prinzipiell die Reise vom Mars überleben und vielleicht sogar das Leben auf der Erde begründen können.
Weiss untersuchte den Marsbrocken unter dem Ultra-High Resolution Scanning Superconducting Quantum Interference Device Microscope (UHRSSM). Mit seiner Hilfe lassen sich winzige Unterschiede in der magnetischen Orientierung einzelner Minerale untersuchen. Infolge einer Erhitzung gleichen sich diese Unterschiede aus. Und dies geschah im Experiment schon bei Temperaturen ab 40 Grad Celsius. Das Innere des Meteoriten, aus dem die feinen Scheibchen für die Untersuchung stammten, war also nach dem Asteroideneinschlag auf dem Mars niemals höheren Temperaturen ausgesetzt. Darin enthaltenes Leben hätte demnach gute Überlebenschancen gehabt.
Zwar glaubt Weiss nicht, dass ALH84001 für derlei Überraschungen gut ist, dennoch hätte auf diese Weise durchaus Leben vom Mars auf die Erde kommen können. Computersimulationen zeigen, dass seit der Entstehung beider Planeten rund eine Milliarde Tonnen Marsgestein auf die Erde gelangte. Und mit großer Sicherheit war es auf dem roten Planeten einst warm, feucht und sonnig.
Science
Joachim Schüring





