Ihre enorme Reißfähigkeit verdanken die Haare einem speziellen Protein, dem Keratin. Es hat die Struktur einer aus vielen Einzelschnüren zusammengeflochtenen Leine, wie man sie von Schiffen kennt, die damit am Pier festgemacht werden. Genau wie eine solche Leine kann auch das Haar eines Menschen eine ganze Menge aushalten, bevor es reißt. Die chemische Grundlage dieser enormen Belastbarkeit ist im Wesentlichen der hohe Gehalt an der Aminosäure Cystein. Zwischen deren SH-Gruppen – SH steht für Schwefel und Wasserstoff – besteht eine besonders stabile „kovalente“ Bindung. Aber noch viele andere Bindungsarten tragen zu der erstaunlichen Reißfestigkeit bei, nicht zuletzt zahlreiche Wasserstoffbrücken. Die Belastbarkeit menschlicher Haare liegt, sofern man die unterschiedliche Dichte der Materialien berücksichtigt, im Bereich von Stahl.





