Mit Witz und Charme schildert der Autor das Leben eines heute weitgehend unbekannten Prinzen des 18. Jahrhunderts, der durch Glück und kluge Vermählung zu einer berühmten Person am Hof Maria Theresias wurde.
1702 als Sohn des Herzogs Ernst von Sachsen-Hildburghausen geboren, trat der Prinz im Alter von 15 Jahren der kaiserlichen Armee bei. Innerhalb der nächsten zwölf Jahren stieg er in den Rang eines Feldmarschalleutnants auf. In dieser Zeit machte er durch zahlreiche Anekdoten von sich Reden.
Einen Namen machte er sich aber vor allem durch seine äußerst vorteilhafte Eheschließung. 1738 heiratete er Anna Viktoria von Savoyen- Carignan, die Nichte und Alleinerbin Prinz Eugens von Savoyen. Seine Braut war 16 Jahre älter als er, aber vermögend und daher eine gute Partie. Mit dem Vermögen, daß ihm nun zur Verfügung stand, führte Joseph Friedrich ein Leben in Saus und Braus. Bei den prunkvollen Festlichkeiten, die er veranstaltete, war häufig auch Kaiserin Maria Theresia zugegen, und auch er ging bei Hof ein und aus. Seine pompösen und verschwenderischen Auftritte sorgten dafür, daß er bei Festen ein gern gesehener Gast war.
Es ist nicht verwunderlich, daß die Ehe Joseph Friedrichs nicht von Bestand war. In den Jahren nach der Trennung pflegte der Prinz sein Leben als „Mitglied der High Society“. 1755 mußte er allerdings vorerst sein Luxusleben am kaiserlichen Hof unterbrechen, um ein letztes Mal in den Krieg zu ziehen. In den Jahren danach hielt sich Prinz Joseph Friedrich teils in Wien und teils in seiner Heimat Hildburghausen auf. Bis an sein Lebensende gab der Prinz seine prunkvollen Feiern. Bei seiner letzten im Herbst 1787 erkältete er sich so schwer, daß er sich nicht mehr davon erholte und im folgenden Jahr starb.
Frank Huss schildert das Leben des Prinzens sehr detailliert und anekdotenreich. Die Figur des galanten und smarten „Draufgängers“ wird sehr lebendig dargestellt. Neben der biographischen Darstellung gibt der Autor einen Überblick über die damalige Zeit. Er widmet ganze Kapitel der Beschreibung der kaiserlichen Schlösser; in weiteren Abschnitten stellt der Autor das Leben des Kaiserpaars und der Wiener Hocharistokratie dar. Dadurch wird dem Leser ein eindrucksvolles und anschauliches Bild der damaligen Zeit vermittelt.
Rezension: Muth, Ilka




