Es war im dritten Kriegsjahr, der deutsche Russland-Feldzug hatte knapp vier Monate zuvor begonnen, als Marion Gräfin Dönhoff, die spätere Herausgeberin des Hamburger Wochenblattes „Die Zeit“, und ihre Cousine Sissi von Lehndorff Ende September 1941 am Allensteiner Bahnhof ihre Pferde sattelten und zu einem fünftägigen Wanderritt aufbrachen. Der Bericht „Ein Ritt durch Masuren“, den Marion Gräfin Dönhoff kurz darauf niederschrieb, gehört inzwischen zu den meistgelesenen Reiseschilderungen über ein Naturparadies, das bis heute die Phantasien und Sehnsüchte der Deutschen beflügelt. Schöne Fernsehbilder, von Störchen und unberührten Landschaften schwärmende Tourismuswerbung, nostalgische Reiseberichte aus der Feder von Klaus Bednarz oder Ralph Giordano haben einen wesentlichen Anteil daran. Doch so sanft sich das Land der weiten Wälder und stillen Wasser auch gibt, für seine Menschen war es nie ein Paradies.
Die Gräfin, damals 32 Jahre alt und auf Schloss Friedrichstein bei Königsberg geboren, lebte zu jener Zeit unweit von Elbing (Elblag), in Quittainen, verwaltete das zweite ostpreußische Landgut der Dönhoffs. Friedrichstein und Quittainen sind von Masuren nicht einmal 150 Kilometer Luftlinie entfernt. Dennoch war für die damals schon auf den Balkan und nach Afrika weitgereiste Adlige der Süden Ostpreußens, in den sie zum ersten Mal „eintauchte“, eine Terra incognita, die sie immer wieder in Staunen versetzte.
Den vollständigen Artikel finden Sie in DAMALS 02/2013.
Janusz Tycner




