Für ihre Studie werteten die Forscher Daten von fast 20.000 in den USA lebenden Müttern und Vätern aus. In jedem Jahr wurden dafür jeweils tausend frischgebackene Eltern in einem ausführlichen Telefoninterview befragt, unter anderem danach, wo ihr Kind schlief, wie das Bett des Kindes ausgestattet war und ob sie das Kind zum Schlafen auf den Rücken legten. Den aktuellen Empfehlungen nach sollte das Bett eines Säuglings am besten mit im Elternschlafzimmer stehen. Kissen, Felle, Kuscheltiere oder dicke Decken sind dabei tabu, denn sie erhöhen den Studien nach ebenfalls das Risiko für das Kind. Mediziner empfehlen stattdessen, die Babys in einen kleinen Schlafsack oder warmen Strampler zu stecken und ansonsten frei auf eine feste Matratze zu legen. Das klingt zwar eher spartanisch, ist aber zum Wohl des Kindes, wie die Forscher betonen.
Gut gemeint, falsch gehandelt
Doch wie die Auswertungen enthüllten, kennen viele Eltern diese Ratschläge nicht oder setzen sie zumindest nicht um: Immerhin noch rund die Hälfte der Säuglinge in der Studie wurden zum Schlafen in Bettchen mit Kissen oder anderen Kuschel-Beigaben gelegt. Viele Eltern nutzten auch Stillhilfen oder Seitenschläferkissen als seitliche Begrenzung des Baby-Nests. Ebenfalls beliebt, aber risikofördernd: Schaffelle als Schlafunterlage. “Die Eltern meinen es gut, aber sie verstehen nicht, dass Decken und Kissen das Risiko ihres Babys für den Plötzlichen Kindstod und versehentliches Ersticken erhöhen”, sagt Shapiro-Mendoza. Verständlich sei das durchaus: Das Kind soll es kuschelig und gemütlich haben. “Manchmal haben Verwandte ihnen weiche Decken für das Kind geschenkt und die Eltern fühlen sich verpflichtet, diese dann auch zu benutzen”, so die Forscherin.
Einen weiteren Grund fanden die Wissenschaftler, als sie untersuchten, wie Säuglinge in populären Eltern- und Frauenmagazinen abgebildet werden: Mehr als zwei Drittel der Aufnahmen zeigten Babys, die mit risikofördernden Kissen, Decken oder sonstigen Bettauflagen schliefen. “Wenn Eltern solche Bilder sehen, dann verstärkt das noch ihren Glauben, dass das der Norm entspricht und gut für das Kind ist”, sagen die Forscher. Aber genau das Gegenteil sei der Fall. Auch wenn es dem instinktiven Wunsch entspricht, dem Kind ein kuscheliges Nest bauen zu wollen – für seine Gesundheit im ersten Lebensjahr ist ein eher karges Bett besser.





