Reduktionismus heißt das auf diese Weise salopp vorgestellte Konzept, das in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts eine enorme Blüte erlebte. Jede Menge zentrale Mechanismen des Zellgeschehens wurden im Reagenzglas entschlüsselt – „in vitro“, wie es im Fachjargon heißt. Doch auch wenn all diese Resultate glasklar und plausibel herausgekommen waren, säten nachfolgende Erkenntnisse ein ums andere Mal Zweifel, ob die betreffenden Reagenzglas-Prozesse im großen Wirrwarr der Zellen tatsächlich genauso ablaufen. Natürlich war es in der Regel nicht falsch, was die Forscher aus ihren Reagenzgläsern gelernt hatten. Aber es kam doch oft genug vor, dass solche Unsicherheiten und Rätsel nur mit weiteren Zusatzbefunden ausgeräumt werden konnten.





