
Vermehren sich diese Algen explosionsartig, bilden sie riesige bunte Teppiche, die sogar noch aus dem Weltall zu sehen sind. Solche Algen- oder Phytoplanktonblüten treten in der Nordsee normalerweise im späten Frühjahr und Frühsommer auf, wenn Schneeschmelze, Frühlingsregen und starke Winde Nährstoffe ins Meer hinaustragen und damit die winzigen, pflanzenähnlichen Algen „füttern“. Sonne und warme Meerestemperaturen begünstigten diese blaue Blüte zwischen Schottland und Norwegen zusätzlich.
Phytoplankton ist für den Ozean das, was Pflanzen für das Land sind: Es betreibt Photosynthese und wird damit zum energiereichen Snack, der die Grundlage aller Nahrungsnetze im Meer bildet. Im Zuge ihrer Photosynthese ziehen die Mikroalgen und Cyanobakterien außerdem Kohlendioxid aus der Atmosphäre und produzieren Sauerstoff. Tatsächlich stammt mindestens jedes zweite Sauerstoffmolekül, das wir einatmen, aus dem Ozean.
Die blaue Blüte in der Nordsee besteht wahrscheinlich zu einem gewissen Teil aus Kieselalgen, einer Art von Phytoplankton mit Siliziumdioxidschalen. Sie färben das Wasser typischerweise grün. Zusammen mit reichlich Kalkalgen mit Kalziumkarbonatschalen, die für eine milchig blaue Färbung sorgen, kreieren sie hier ein schillerndes Farbenspiel.





