1. Herd
Sie sind seit einigen Jahren der große Wunsch aller, die gerne und oft kochen. Induktionsherde. Beliebt sind sie deshalb, weil sie etwas ermöglichen, was eigentlich gar nicht rational erklärbar ist: Sie erhitzen den Inhalt von Topf und Pfanne, ohne dass diese auf einer Wärmequelle stehen. Kein angebranntes Übergekochtes mehr. Und auch kein Risiko für neugierige kleine Hände.
Dahinter steht, getreu dem Motto dieses Artikels, natürlich Physik. Und zwar das Prinzip der Induktion. Unter der Glasplatte sitzt eine Induktionsspule. Wird sie mit Wechselstrom beaufschlagt, erzeugt das ein in der Frequenz des Stroms (50Hz) wechselndes Magnetfeld. Das erzeugt im Boden des Topfs einen sogenannten Wirbelstrom. Der Strom wird also, vereinfacht ausgedrückt, von Spule zu Topf übertragen, obwohl kein Leitmedium dazwischenliegt. Angst vor einem Stromschlag muss man jedoch keine haben. Nur der Topfboden wird durch die Bewegung der Elektronen warm – und das im Vergleich zum herkömmlichen Kochen sehr schnell.
Prinzipiell ist es die gleiche Technik, die auch beim kontaktlosen Aufladen von Handys zum Einsatz kommt. Allerdings funktioniert nichts ohne magnetisierbaren Empfänger – daher braucht es für den Induktionsherd auch spezielle Töpfe.
2. Schäumendes Bier
Es ist ein so bekanntes Phänomen, dass unter Biertrinkern sogar ein Begriff dafür besteht: Gushing. Die Angewohnheit eines (kohlensäurehaltigen) Getränks, ohne äußeren Einfluss überzuschäumen.
Tatsächlich handelt es sich dabei sogar um ein Phänomen, an dem die Wissenschaft noch zu knabbern hat. Fest steht nur: Kohlensäure ist auf jeden Fall daran beteiligt. Dazu muss man sich die geschlossene Bierflasche als abgeschlossenes System im Sinne der Thermodynamik vorstellen. Da ist die Kohlensäure drin gelöst; es sind also keine Blasen vorhanden. Nur oben in dem kleinen Raum oberhalb des Bieres ist die Kohlensäure ausgegast vorhanden und beides hält ein perfektes Gleichgewicht.
Öffnet man nun normal die Flasche, entweicht das bereits gelöste C02. Dadurch entsteht aber ein Ungleichgewicht, das dafür sorgt, dass sich das CO2 löst und nach oben perlt. Hier kommt das Gushing ins Spiel: Übermäßige Rauheit der Flascheninnenseite und vor allem mikroskopisch kleine Feststoffe im Bier können als Kondensationskeime dienen – das gleiche Prinzip wie innerhalb von Wolken. Diese „Keime“ (es sind keine echten Keime) sorgen dafür, dass so viel gelöstes CO2 gleichzeitig an ihnen ausgast, dass das Bier wie aus einem Schaumlöscher schießt.





