Wenn klinische Studien von kommerziellen Organisationen – wie Pharmaunternehmen – bezahlt werden, fallen sie deutlich positiver aus als andere Untersuchungen. Immer wieder äußerten Forscher diesen Verdacht. Jetzt hat ihn eine Untersuchung der US-Forscher Paul M. Ridker und Jose Torres von der Harvard Medical School in Boston bestätigt.
Die beiden hatten 324 klinische Studien über neue Herz-Kreislauf-Therapien aus den Jahren 2000 bis 2005 analysiert, die in den renommierten Fachzeitschriften „JAMA”, „The Lancet” und „New England Journal of Medicine” veröffentlicht worden waren. Dabei stellten sie fest, dass 67,2 Prozent der Autoren von industriegeförderten Studien die neue Behandlungsmethode positiv bewerteten, 32,8 Prozent waren neutral oder sprachen sich für herkömmliche Therapien aus. Bei nicht kommerziellen Untersuchungen gab es 49 Prozent positive und 51 Prozent negative oder neutrale Ergebnisse. Ein ähnliches Bild zeigte sich bei neuen Medikamenten.
Ridker und Torres interpretieren ihre Ergebnisse so: „Wenn der erste klinische Test negative Ergebnisse gebracht hat, ist es unwahrscheinlich, dass die Industrie weitere Versuche finanziert. Bei einem positiven Resultat werden dagegen neue Testreihen bezahlt. Das setzt die Wissenschaftler unter Druck und verleitet sie dazu, Ergebnisse zu verzerren.”





