Pflanzen steuern ihren Wasserverbrauch über Poren auf ihren Blättern, die sogenannten Stomata, die aus paarweise angeordneten Schließzellen bestehen. Ist ausreichend Wasser und Licht für die Photosynthese vorhanden, öffnen die Pflanzen ihre Poren, um mit der Umwelt CO2 und Sauerstoff austauschen zu können. Dabei verdunstet aber auch Wasser. Im Dunkeln und bei Wassermangel schließen Pflanzen daher ihre Stomata, um weniger Wasser zu verlieren.
Reguliert wird dieser Vorgang über Kanäle in den Schließzellen, die Ionen in und aus den Zellen transportieren und so elektrische Signale erzeugen. Diese Kanäle reagieren unter anderem auf die Konzentration von Kalziumionen (Ca2+) in der Umgebung, die je nach Wasserlage und Nährstoffsituation schwankt. Der Kalziumspiegel in den Schließzellen kann sich dadurch je nach Standort der Pflanze langsam oder auch sehr schnell verändern. Beim sogenannten Kalzium-Transienten steigt die Kalzium-Konzentration beispielsweise kurzzeitig und rasch an. Doch wie nutzen Pflanzen das, um ihre Poren zu öffnen oder zu schließen?
Elektrische Signale in Schließzellen unter der Lupe
Das hat nun ein Team um Shouguang Huang von der Universität Würzburg genauer untersucht. Die Biophysiker verwendeten dafür modifizierte Tabakpflanzen, die mit lichtaktivierbaren Kalzium-Kanälen ausgestattet sind. Mithilfe von Lichtpulsen erzeugten Huang und seine Kollegen dann gezielt Kalzium-Signale in den Schließzellen dieser Pflanzen und analysierten, wie die Zellen darauf reagieren.
Dabei zeigte sich zunächst, dass die Kalzium-Konzentration in den Schließzellen nach den Lichtreizen für 30 Sekunden anstieg, um nach weiteren 30 Sekunden wieder abzuebben. Dieser Ablauf war immer gleich, unabhängig von der Lichtdauer: „Wir waren überrascht, dass Lichtpulse von 0,1, einer und zehn Sekunden Dauer annähernd gleiche Kalzium-Transienten erzeugten“, sagt Huang. „Wir vermuteten, dass dieses Alles-oder-Nichts Phänomen zu Stande kommt, weil die von außen einströmende Kalzium-Menge weiteres Kalzium aus Speichern im Zellinneren freisetzt, was das Signal optimal verstärkt“, erklärt Seniorautor Rainer Hedrich von der Universität Würzburg. Ein Folgeexperiment bestätigte diese Vermutung.






