Zunächst als energischer Christenverfolger gefürchtet, dann vor Damaskus durch eine Vision bekehrt, bereiste er als ebenso entschlossener Missionar Orte des heutigen Syriens, der Türkei, Griechenlands und Rom.
Seit seiner Schulzeit war der Autor von Paulus wegen dessen Beharrlichkeit und radikaler Wesensart fasziniert. Doch im Gegensatz zu manch Anderen möchte Fik ein etwas kritischeres Bild von Paulus zeichnen, um die komplexe Figur mit seinen sowohl positiven als auch negativen Seiten zu erfassen.
Wer war Paulus? Was waren seine Stärken? Was seine Schwächen? Was waren die historischen Umstände, wie die lokalen Hintergründe und die Zusammensetzung der Bevölkerung? Welche Bedeutung hatte dies alles für Paulus´ Handeln?
Bei der Beantwortung dieser Fragen gelingt es dem Autor, Exkurse über verschiedenste Hintergründe in die erzählerischen Passagen einzuflechten – angefangen von geographischen, kulturellen und sozialen Gegebenheiten bis hin zu semantischen Untersuchungen. Durchzogen werden die chronologisch unterteilten Kapitel mit Quellenbelegen, die inhaltlich fließend, aber formal abgegrenzt in den Text eingefügt werden. Der gelungene Spagat zwischen erzählenden Elementen, Vermittlung von Grundwissen, Quellenkritik – wobei Anmerkungen und Literatur auf ein Minimum beschränkt werden – und der eigenen Meinung des Autor nimmt auch den in der Spätantike unerfahrenen Leser auf eine spannende Reise in die Lebenswelt des Paulus mit.
Rezension: Daniela Schönfeld




