In der Vergangenheit herrschten in der Antarktis subtropische bis tropische Verhältnisse. Das hat ein internationales Forscherteam, an dem auch Wissenschaftler der Goethe-Universität Frankfurt am Main und des Frankfurter Biodiversität und Klima Forschungszentrums beteiligt waren, jetzt im Detail dokumentiert.
Die Forscher förderten am Meeresgrund vor Wilkesland im Osten der Antarktis Bohrkerne mit Sedimentproben zutage, aus denen sich die klimatischen Bedingungen vor 46 bis 53 Millionen Jahren rekonstruieren ließen. In rund 52 Millionen Jahre alten Sedimenten stießen die Wissenschaftler auf Pollen und Sporen von frostempfindlichen Pflanzen wie Palmen und den Vorläufern der heutigen Affenbrotbäume. Sie stammen nachweislich von der Küste der Antarktis, die ein Palmenwald säumte. Selbst in den dunklen Wintermonaten herrschten damals am Rand der Antarktis Temperaturen von durchschnittlich 10 Grad Celsius, wie eine Auswertung der Pflanzenreste ergab. Im Herzen der Antarktis war es allerdings kühler: Dort wuchs offenbar ein Wald, der unter anderem aus Buchen bestand.
Als Ursache für die warme Klimaphase vermuten die Forscher eine Kombination aus einem hohen CO2-Gehalt in der Atmosphäre – er war vor 52 Millionen Jahren etwa doppelt so hoch wie heute – und anders als heute verlaufenden Meeresströmungen. Sie haben offenbar warmes Wasser aus tropischen Gefilden weit nach Süden transportiert und dadurch die Antarktis ergrünen lassen.





