Pflanzen in der Antarktis kommen mit der steigenden UV-Strahlung aufgrund des Ozonlochs offenbar besser zurecht, als angenommen. Wie niederländische Forscher im Rahmen einer Studie feststellten, reparieren die Pflanzen entstandene Zellschäden quasi über Nacht.
In dem Ausmaß, in dem die Ozonschicht zerstört wird, nimmt die Strahlenbelastung durch UV-B-Strahlung am Erdboden zu. Dennoch scheint sich dies bislang nicht auf die Photosynthese der Pflanzen auszuwirken, berichtete Daniela Lud vom Netherlands Institute of Ecology (NIOO) auf einem Kongress des Scientific Committee on Antarctic Research in Amsterdam.
Die Forscher entdeckten in Pflanzenproben lediglich geringe DNA-Schäden, die innerhalb eines Tages heilten. Die Pflanzen schützen sich, indem sie sehr rasch ein Art natürlichen Sonnenschutz aufstellen, glauben die Wissenschaftler. Kevin Newsham vom British Antarctic Survey entdeckte, dass Lebermoose innerhalb von 24 Stunden große Mengen an Sonnenschutz-Pigmenten und Carotinoiden herstellen konnten. Diese Stoffe blockieren UV-Strahlung und binden schädliche freie Sauerstoff-Radikale.
Eine andere Theorie geht davon aus, dass sich die Vegetation in der Antarktis innerhalb der letzten 25 Jahre an das Ozonloch anpasste. Pflanzen, die mit den geänderten Bedingungen nicht zurecht kamen, haben wahrscheinlich nicht überlebt.
Wie US-Forscher herausfanden, kann sich die Meeresvegetation in der Antarktis offenbar weniger gut gegen die Strahlung schützen. Patrick Neale vom Smithsonian Environmental Research Center stellte fest, dass die Photosynthese bei Phytoplankton unter dem starken UV-Licht leidet.
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Almut Bruschke-Reimer





