
Solche Blüten sind in der Ostsee keine Seltenheit – im Gegenteil: Das flache, vergleichsweise warme und nährstoffreiche Binnenmeer bietet ideale Bedingungen für Massenvermehrungen von Algen. Das auffällige Türkis kommt dabei durch die Streuung des Sonnenlichts an den dichten Cyanobakterienkolonien zustande. Bei ruhiger Wetterlage können sich die Mikroorganismen großflächig an der Wasseroberfläche ausbreiten und eindrucksvolle Muster bilden, die selbst noch aus dem All zu erkennen sind.
Das obige, erst vor wenigen Tagen aufgenommene Bild stammt von dem europäischen Erdbeobachtungssatelliten Sentinel-2. Wie zu erkennen ist, fällt die Blüte in diesem Jahr besonders südlich der schwedischen Insel Gotska Sandön im rechten unteren Bildbereich sowie östlich von Stockholm in der oberen linken Bildecke stark aus. Dort haben Wind und Strömung jeweils markante Wirbel geschaffen.
Doch so schön der Anblick auch sein mag: Er hat eine ökologische Schattenseite. Einige Cyanobakterienarten können giftige Substanzen freisetzen, die Mensch und Tier schaden. Zudem kann das massenhafte Absterben der Blüte zu Sauerstoffmangel in tieferen Wasserschichten führen. Die farbenprächtige Erscheinung ist daher nicht nur ein faszinierendes Naturschauspiel, sondern auch ein Hinweis auf die empfindliche Balance des Ostsee-Ökosystems.





