„Hypnose kann die risikoreiche Vollnarkose überflüssig machen.” So verkündeten vor Kurzem viele Medien. Schlechte Recherche wirft nun das Fachblatt Münchener Medizinische Wochenschrift (MMW) den Journalisten vor. „Die so genannte Hypnonarkose wird nur als Teil einer Kombinationsanästhesie verwandt”, schreibt der Arzt Dr. Horst Gross. Ein Anruf in der zitierten Uniklinik im belgischen Lüttich, wo bereits mehr als 5000 Eingriffe in Trance stattgefunden haben, hätte gereicht, um das herauszufinden. Die Patienten erhalten zwar vor der Operation eine Hypnose, aber zusätzlich ein entspannungsförderndes Benzodiazepin, ein lokales Betäubungsmittel und ein schmerzhemmendes Opiat. Für große Operationen ist weiterhin eine Vollnarkose nötig. Gross: „In Trance zu versetzen, ist eine Sedierungstechnik, die Patienten vor kleineren Eingriffen beruhigen soll.”





