Aus Hautzellen werden Herzzellen
Mehr als 40 Jahre später baute Shinya Yamanaka von der Kyoto-Universität in Japan die Erkenntnisse von John Gurdon entscheidend aus. Es gelang ihm, erwachsene Körperzellen zu Stammzellen umzuprogrammieren: Sie bekamen einen sogenannten pluripotenten Zustand zurück, sodass sie sich erneut zu jedem Zelltyp des Körpers entwickeln konnten. 2006 veröffentlichte Yamanaka das entsprechende Verfahren zur Entwicklung dieser induziert pluripotenten Stammzellen. Es avancierte in der Zwischenzeit zur Initialzündung vieler Forschungsarbeiten auf der ganzen Welt. So zeigten Forscher beispielsweise bereits, dass man bestimmte Zelltypen ineinander umwandeln kann, etwa Hautzellen in Herzzellen.
Gurdon und Yamanaka wurden am Telefon mit der großen Nachricht überrascht. Sie werden sich das Preisgeld teilen. Allerdings ist der Nobelpreis in diesem Jahr nicht wie üblich mit zehn sondern nur mit acht Millionen schwedischen Kronen dotiert (etwa 930.000 Euro). Die Stiftung kürzte das Preisgeld, um eine ?dauerhafte finanzielle Stabilität? zu gewährleisten, denn das Stiftungskapital hat unter den Folgen der Wirtschaftskrise gelitten.
Mit der Bekanntgabe der Auszeichnung für Medizin hat heute die schrittweise Verkündung der Nobelpreise begonnen. Am Dienstag wird der Preis für herausragende Leistungen in Physik vergeben, am Mittwoch folgt dann die Bekanntgabe in der Kategorie Chemie. Traditionsgemäß steht am Donnerstag der Literaturnobelpreis an und am Freitag der Friedensnobelpreis. Die feierliche Vergabe aller Preise findet erst am 10. Dezember statt ? dem Todestag des Stifters Alfred Nobel (1833 bis 1896).
In unsermen Heftarchiv finden Sie einen ausführlichen Hintergrundartikel zum Thema Stammzellen.





