Nirgendwohin! Der Urknall war keine Explosion im Raum, sondern der Beginn einer Explosion des Raums. Seit dem Urknall dehnt sich der Weltraum aus. Er verhält sich aber nicht wie das wachsende Volumen eines Luftballons, den man aufpustet, sondern wie die Gummihaut eines Ballons, die aus sich selbst heraus immer größer wird, also an Fläche gewinnt (siehe Kasten links: „Das Weltall als Luftballon”). Das ist ein mathematisch einwandfrei beschreibbarer Vorgang. Doch konkret vorstellen kann sich das niemand, denn auch im Fall einer Luftballonhülle denken wir uns unweigerlich einen Raum „drum herum”. Analog zur zweidimensionalen Luftballon-Haut im dreidimensionalen Raum wird daher zuweilen angenommen, dass es eine vierte Raumdimension um unseren dreidimensionalen Weltraum gibt – einen Hyperraum. Das ist mathematisch durchaus denkbar, physikalisch aber problematisch, weil dann noch mehr Dimensionen nötig wären. Es ist wohl vielmehr so, dass der Weltraum gleichsam innerlich wächst, wie die Luftballon-Hülle. Kosmische Maßbänder würden sich demnach über Millionen Lichtjahre hinweg wie Gummibänder dehnen. Man kann das sogar quantifizieren: mit dem Wert des sogenannten Hubble-Parameters. Er beträgt heute gut 70 Kilometer pro Sekunde und Megaparsec. Das heißt: Im kosmischen Durchschnitt wächst eine Strecke, die ein Megaparsec lang ist (das sind 3,26 Millionen Lichtjahre), in jeder Sekunde um gut 70 Kilometer.





