Für eine außergewöhnlich originelle Arbeit sind die Schüler Jörg Metzner und Marc Schmittfull beim Wettbewerb „Jugend forscht” mit dem Sonderpreis des Bundespräsidenten ausgezeichnet worden. Der 19- und der 17-Jährige aus dem hessischen Friedrichsdorf und bayrischen Geldersheim haben in einer physikalischen Untersuchung gezeigt, wie Bauchreden funktioniert. Es interessierte sie, wie Bauchredner es schaffen, die Konsonanten b, p, m, f und v zu artikulieren, ohne die Lippen zu bewegen. Dazu simulierten die Jungforscher am Rechner die Ausbreitung von Schallwellen im Vokalraum – dem Hohlraum zwischen Stimmbändern und Lippen –, die durch unterschiedliche Positionen der Zunge erzeugt werden. Die Ergebnisse der Simulation verglichen sie mit Aufzeichnungen der Sprache eines professionellen Bauchredners. Die Schüler fanden heraus, dass geübte Bauchredner für die Konsonanten Ersatzlaute verwenden, die bei tiefen Frequenzen die Originallaute sehr gut nachbilden. Da für das Verstehen von Sprache vor allem die tiefen Töne entscheidend sind, sind die Ersatzlaute nicht von den Originalen zu unterscheiden. Entscheidend für die Erzeugung der Ersatzlaute ist die Stellung der Zunge in Mund und Gaumenhöhle. Metzner und Schmittfull hoffen, dass ihre Arbeit bei der Behandlung von Menschen mit Sprachfehlern helfen kann.





