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Das Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung des Alfred-Wegener-Instituts betreibt die Neumayer III. Die Station, benannt nach dem Südpolarforscher Georg von Neumayer (1826–1909), umfasst vier Observatorien, eines für Geophysik, ein weiteres für Hydroakustik, für Meteorologie und eines für die Suche nach Spurenstoffen. Bekannt ist die Forschungsstation wie auch schon ihre Vorgänger für den täglichen Aufstieg des Wetterballons. An dem hängt eine Styroporbox mit Radiosonde, die alle fünf Sekunden Daten an die Station sendet, bevor der Ballon auf einer Höhe von circa 35 Kilometern platzt. Die Sonde misst Temperatur, Luftdruck, Luftfeuchtigkeit und Windgeschwindigkeit. Damit leistet sie einen wichtigen Beitrag zur Wettervorhersage. Meteorologen erforschen auf der Grundlage der Zeitreihe seit 1983 außerdem die Entwicklung des Klimas und des antarktischen Ozonlochs.
Im Spurenstoff-Observatorium forschen die Wissenschaftler ebenfalls über das Klima. Ein Rohr auf dem Dach des freistehenden Containers saugt Luftproben an, die im Inneren auf langlebige Spurengase wie etwa Kohlendioxid oder Methan untersucht werden. Da die Antarktis selbst kaum bewohnt ist, können die Wissenschaftler ausschließen, dass die Gase vor Ort ausgestoßen wurden. Die Spurengase aus den Proben stammen von anderen Kontinenten und sind durch die atmosphärische Zirkulation in das Gebiet gelangt. So können die Wissenschaftler messen, welche globalen Veränderungen das menschliche Leben zur Folge hat.
Aerodynamische Form im Windkanal getestet
Der Bau der Neumayer III war eine Herausforderung: In der Antarktis herrschen Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 Kilometern pro Stunde und es gibt häufig schweren Schneefall. Daher wurde ein Modell der Station im Windkanal getestet, damit der tatsächliche Bau den windigen Umständen standhält. Die Hülle ist so optimiert, dass sich auf ihr so wenig Schnee wie möglich ablagert. Das war das Problem der Vorgänger-Gebäude: Die Georg-von-Neumayer-Station und die Neumayer II-Station waren in Stahlröhren untergebracht, die unter dem Gewicht des Neuschnees deformiert und unbewohnbar wurden. Die Neumayer III dagegen steht auf Stelzen mit hydraulischer Vorrichtung: Techniker heben die Station regelmäßig an, um die Stützen mit Schnee zu unterfüttern. Andernfalls würde sie wie ihre Vorgänger unter dem wachsenden Eis begraben. Die nötigen Wartungsfahrzeuge wie Pistenbullys und Schneefräsen parken in der Tiefgarage unter dem Eis.





