Im ultravioletten Licht enthüllt die zwölf Millionen Lichtjahre entfernte Galaxie M81 ungeahnte Aktivität. Regionen, in denen zahlreiche neue, massive Sterne entstehen und nach kurzer Zeit wieder explodieren, sind auf einem neuen Bild des europäischen Weltraumteleskops XMM (X-Ray Multi Mirror) als bläuliche Nebelschleier zu erkennen. Auch der Kern der Galaxie leuchtet hell.
Ultraviolettes Licht ist ein Kennzeichen heftiger kosmischer Prozesse wie Supernova-Explosionen und Sternengeburten. Keith Mason vom Mullard Space Science Laboratory der University of London vermutet, dass sich im Zentrum von M81 ein massives Schwarzes Loch befindet, das ständig Materie in sich hineinsaugt. Rund um den Kern sind eher ältere Sterne zu finden, die in etwas langwelligerem Licht (rötlich) leuchten. “Das Interessante an M81 ist, dass sie als Spiralgalaxie unserer eigenen Galaxie ähnelt”, sagt Mullard. “Das spricht dafür, dass sich auch im Zentrum der Milchstraße ein Schwarzes Loch befindet.”
M81 ist außerdem deswegen interessant, weil sich der Kern der Galaxie möglicherweise im Übergang von einem Mini-Quasar zu einem gewöhnlichen Galaxienkern befindet. Quasare sind weit entfernte Objekte, die so hell leuchten wie Milliarden Sonnen, aber nur so groß sind wie das Sonnensystem. “Einige Forscher glauben, dass Galaxien wie M81 in ihrem Herzen einen Mini-Quasar besitzen, also ein Schwarzes Loch, das langsam Materie in sich hineinsaugt und dabei intensive Röntgenstrahlung und ultraviolettes Licht abstrahlt”, sagte Projektleiterin Alice Breefeld.
Das neue Bild, das in drei verschiedenen Wellenlängen des ultravioletten Lichts aufgenommen wurde, ist zehnmal genauer als bisherige Bilder der Galaxie. M81, die mit Amateurteleskopen im Sternbild “Großer Wagen” gut zu sehen ist, ist ein beliebtes Forschungsobjekt für Astronomen, da die Galaxie relativ nahe an der Milchstraße liegt.
Ute Kehse





