Unsere Gesundheit hängt nicht nur von unseren Genen und unserem Lebensstil ab, sondern auch von der Umgebung, in der wir leben. Beispielsweise kann eine hohe Feinstaubbelastung verschiedene Erkrankungen auslösen oder verschlimmern. Auch urbane Hitzeinseln können zu vorzeitigen Todesfällen beitragen. Demgegenüber verbessern Grünflächen nicht nur das Stadtklima, sondern sorgen auch für Entspannung. Sichere Fuß- und Radwege können Menschen dabei unterstützen, sich mehr zu bewegen, und eine gute Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln macht viele Autofahrten überflüssig.
Städte-Bewertung in vier Kategorien
Diese und viele weitere Faktoren tragen dazu bei, wie gesund und zufrieden die Einwohner einer Stadt leben können. Ein Team um Federica Montana vom Barcelona Institute for Global Health (ISGlobal) hat nun einen Index entwickelt, der solche gesundheitsbezogenen Aspekte in Städten bewertet. Der „Healthy Urban Design Index“ (HUDI) bewertet Städte in den vier Kategorien Stadtgestaltung, nachhaltiger Verkehr, Umweltqualität und Zugang zu Grünflächen, jeweils anhand von 13 Indikatoren. Zu diesen Indikatoren zählen unter anderem die Kompaktheit der Städte, die Wohndichte, die Flächenversiegelung, die Infrastrukturen für Fußgänger, Radfahrer und öffentliche Verkehrsmittel, die Luftverschmutzung, die Fähigkeit zur Eindämmung und Bewältigung von Hitze und die Zugänglichkeit von wohnraumnahen Grünflächen.
Für 917 Städte aus 26 europäischen Ländern haben die Forschenden Daten zu diesen Kriterien zusammengetragen und auf einer Skala von eins bis zehn bewertet. Als Referenzwerte nutzten sie dabei, falls verfügbar, Empfehlungen internationaler Organisationen wie der Weltgesundheitsorganisation WHO, beispielsweise zu Feinstaubwerten. Bei den Indikatoren, für die es keinen Referenzwert gab, diente der Wert der Stadt mit dem besten Ergebnis als Referenz. Anschließend wurden die 13 Indikatoren gewichtet und ein Gesamtwert berechnet. Da große und kleine Städte unterschiedliche Voraussetzungen und Herausforderungen haben, unterteilte das Team die Städte zudem nach ihrer Einwohnerzahl in fünf Kategorien von unter 50.000 bis über 1,5 Millionen Einwohnern.
Unterschiede zwischen großen und kleinen Städten
Das Ergebnis: Die ersten Plätze im Ranking belegen kleine Städte mit 50.000 bis 200.000 Einwohnern, allen voran Pamplona in Spanien mit 6,8 Punkten und Genf in der Schweiz mit 6,65 Punkten. Unter den Metropolen mit 500.000 bis 1,5 Millionen Einwohnern erreicht die portugiesische Hauptstadt Lissabon mit 6,09 Punkten die beste Wertung, unter den großen Metropolen mit mehr als 1,5 Millionen Einwohnern führt die spanische Hauptstadt Madrid mit 6,04 Punkten. Tendenziell schneiden Städte in Westeuropa besser ab als osteuropäische Städte. Bei der Umweltqualität punkten vor allem kleine Städte, während große Städte oft eine bessere Infrastruktur für nachhaltigen Verkehr aufweisen.





