Jährlich infizieren sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO weltweit etwa 200 Millionen Menschen mit Malaria. Drei Millionen davon – meist Kleinkinder – sterben an der Krankheit, die durch den Stich der weiblichen Anopheles-Mücke übertragen wird. Besonders stark betroffen ist Afrika. Die gefährliche Infektion wurde bereits vor 2400 Jahren von Hippokrates beschrieben. Seitdem sucht man nach wirksamen Mitteln gegen die Malaria. Jetzt ist südafrikanischen Forschern offenbar ein Durchbruch bei der Bekämpfung der Krankheit gelungen. Das Team aus Chemikern und Pharmakologen um Tim Egan von der University of Cape Town fand heraus, dass der Malaria-Erreger einen wichtigen Abwehrstoff im Blut in eine wirkungslose Substanz verwandelt: Er greift in den roten Blutkörperchen das Hämoglobin an und zerstört dabei das Häm, das für den Sauerstofftransport zuständig und gleichzeitig für den Erreger toxisch ist. Darauf entsteht das für den Parasiten ungiftige Malaria-Pigment Hämozoin. Die Forscher glauben, dass aufgrund ihrer Erkenntnisse wirksamere Medikamente als die bisherigen entwickelt werden können. Diese sollen dann die Detoxifikation des Häms blockieren, so dass es seine tödliche Wirkung für den Malaria-Erreger behält.
Hans Groth





