Nach Auffassung vieler Astronomen ist unsere Milchstraße von einem kugelförmigen Halo aus dunkler Materie umgeben. Man vermutet, dass sich darunter Planeten, alte Sterne und kleine Schwarze Löcher befinden. Das sind allesamt Objekte, die entweder überhaupt kein Licht abstrahlen oder aber zu wenig, um direkt beobachtet werden zu können. Mit einem Trick ist es den Forschern gelungen, diese massiven kompakten Halo-Objekte (MACHOs) trotzdem nachzuweisen.
Bewegt sich eines dieser Objekte vor dem Hintergrund einer nahen Galaxie vorbei, dann kommt es dann und wann vor, dass ein solches Objekt genau zwischen der Erde und einem Stern dieser Galaxie steht. Die Gravitation des MACHOs wirkt auf das Licht des entfernten Sterns wie eine Linse und erhöht damit dessen scheinbare Helligkeit. Dieses “Microlensing” genannte Phänomen haben die Forscher jetzt vor dem Hintergrund der Großen Magellanischen Wolke analysiert.
“Die wahrscheinlichste Erklärung für die beobachteten Microlensing-Ereignisse ist, dass sie von MACHOs im Halo unserer Milchstraße verursacht werden”, sagt Cailin Nelson. Er bezieht sich dabei auf die Zweifel, die einige Astronomen aufgrund früherer Beobachtungen am Mount-Stromlo-Observatorium in Australien angebracht hatten. Sie waren der Meinung, dass an den Microlensing-Ereignissen ausschließlich Objekte aus der Großen Magellanischen Wolke beteiligt sind, indem ein dunkler Stern dieser Galaxie vor einem hellen vorbeizieht.
Mit der besseren Auflösung des Hubble-Teleskops konnten die Forscher diese Streitfrage jetzt zugunsten der MACHO-Hypothese entscheiden. Aus früheren Untersuchungen schließt man, dass die MACHOs in der Regel Massen zwischen 15 und 90 Prozent der Sonnenmasse haben.
Axel Tillemans




