Behandlung ohne Medikamente
Es besteht die Möglichkeit, Morbus Alzheimer ohne Medikamente zu behandeln. Ziel solcher Therapien ist es, die Lebensqualität und das Wohlbefinden der Betroffenen zu erhöhen oder zu erhalten. Ziele einer medikamentenfreien Behandlung sind unter anderem die größtmögliche Erhaltung der Selbstständigkeit, die Forderung körperlicher und geistiger Fähigkeiten sowie die Reduzierung psychischer Probleme wie Depressionen oder Aggressionen.
In der Arbeit mit demenzkranken Personen kommen Bewegungstherapie, Sport oder auch künstlerische Übungen zum Einsatz. Dabei stehen stets die Persönlichkeit der Erkrankten sowie deren individuelle Lebenssituation im Vordergrund. Die Form und das Stadium der Erkrankung spielen ebenfalls eine Rolle.
Behandlung mit Medikamenten
Noch existiert kein Medikament, das eine Demenzerkrankung vollständig heilen kann. Daher hat eine medikamentöse Behandlung vor allem das Ziel, geistige Kapazitäten wie Orientierung und Gedächtnis zu erhalten und nach Möglichkeit zu verbessern sowie ein Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Betroffene sollen in ihrem Alltag so lange wie möglich selbständig bleiben. Auch die Linderung psychischer Beschwerden zählt zu den Zielen einer Therapie mit Medikamenten. Bei einer Alzheimer-Demenz werden hierzu verschiedene Medikamente eingesetzt. Dazu zählen unter anderem Cholinesterase-Hemmer sowie Medikamente mit den Wirkstoffen Gingko biloba, Lecanemab und Memantin.
Cholinesterase-Hemmer
Cholinesterase-Hemmer haben die Funktion, den Informationsaustausch zwischen Neuronen zu verbessern. Medikamente dieser Gruppe enthalten Wirkstoffe wie Donepezil, Rivastigmin und Galantamin. In Deutschland dürfen Cholinesterase-Hemmer nur für leichte bis mittelschwere Formen der Demenzerkrankung eingesetzt werden. Mithilfe dieser Medikamente ist es möglich, den geistigen Abbau etwas zu verzögern. Dies erfolgt, indem die über Botenstoffe kommunizierenden Nervenzellen im Gehirn langsamer abgebaut werden. Zu erwähnen ist allerdings auch, dass 30 bis 50 Prozent der Betroffenen nicht auf Cholinesterase-Hemmer ansprechen. Mögliche Nebenwirkungen können in Form von Schwindel, Übelkeit und Erbrechen auftreten.
Memantin
Bei der Kommunikation der Neuronen im Gehirn wird der Botenstoff Glutamat ausgeschüttet. Dieser ist für die Weiterleitung von Informationen verantwortlich. Im Gehirn von Demenzkranken befindet sich in vielen Fällen ein Überschuss an Glutamat. Dies bewirkt eine dauerhafte Aktivität der Neuronen, die in weiterer Folge zu wenig zur Ruhe kommen. Das führt wiederum zu einer Schädigung und letztlich zu einem Absterben der Nervenzellen. Memantin blockiert die Stellen, an denen Glutamat fließt, und bringt damit die Neuronen zur Ruhe. Memantin besitzt die Fähigkeit, bei Demenzkranken den Abbau ihrer geistigen Fähigkeiten zu verlangsamen. Mögliche Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Müdigkeit, Verdauungsprobleme sowie erhöhter Blutdruck.





