Weiße Blutkörperchen sind für die Neubildung von Blutgefäßen verantwortlich – zum Beispiel nach einer Verletzung. Das stellte eine Arbeitsgruppe um Dr. Stefan Kiesewetter vom Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik in Stuttgart fest. Anhand von Zellkultur-Untersuchungen mit Schweineblut fanden sie heraus, daß weiße Blutkörperchen einen Faktor absondern, der dazu führt, daß neue Blutgefäße entstehen. Dieses sogenannte Angiotropin besteht aus einem Eiweißanteil und einer Ribonukleinsäure.
Als Beweis ließen die Forscher in einer Kulturschale Zellen aus der Wand von Blutkapillaren wachsen: Als sie das gereinigte Angiotropin auf die Zellen gaben, lagerten sich diese innerhalb von zwei bis drei Tagen zu einer neuen Kapillare zusammen. Kiesewetter: “Bei Kaninchen gelang uns eine fast narbenfreie Wundheilung, da sich die Blutkapillaren schnell bildeten.” Derzeit nehmen sich die Forscher den menschlichen Gefäßwachstums-Faktor vor.





