Diese Sonde wird uns dabei helfen, die Frage zu beantworten, die die Menschheit seit Urzeiten bewegt, sagt Charles Bennett, der Leiter der MAP-Mission der NASA. Die Sonde MAP soll durch Vermessung der kosmischen Hintergrundstrahlung klären, wie das Universum entstanden ist.
Die kosmische Hintergrundstrahlung ist ein Fossil, erklärt David Wilkinson von der Princeton-Universität. “So wie wir das Leben von Dinosauriern anhand ihrer Knochen rekonstruieren können, erzählt uns dieses uralte Licht, wie das Universum vor 14 Milliarden Jahren beschaffen war.”
Rund 300.000 Jahre nach dem Urknall wurde das Universum durchsichtig, weil es sich so weit abgekühlt hatte, dass Elektronen, Protonen und Neutronen sich zu Atomen formierten. Vorher war das Licht an den freien Elektronen gestreut worden. Ähnlich wie das Licht, das vom Wasserdampf in einer Wolke gestreut wird, uns Informationen über die Wolke liefert, liefert uns die kosmische Hintergrundstrahlung Informationen über den Zustand des Universums zu dem Zeitpunkt, als das Licht zum letzten Mal gestreut wurde.
Die Temperatur dieser Strahlung liegt heute rund drei Grad über dem absoluten Nullpunkt von minus 273 Grad Celsius. Die von den Wissenschaftlern gesuchte Information verbirgt sich in winzigen Abweichungen von dieser Durchschnittstemperatur. Die Größe dieser Abweichungen kann darüber entscheiden, welche Theorie über die Entstehung des Universums richtig und welche falsch ist.
An die Messinstrumente an Bord von MAP stellt dies hohe Anforderungen. “Bisher ist nie etwas vergleichbares gebaut worden”, sagt Edward Wollack vom Goddard Space Flight Center der NASA. “Die große Herausforderung war, die Hintergrundstrahlung bis auf ein Millionstel Grad genau zu messen. Das ist wie wenn Sie das Gewicht einer Tasse voll Sand bis auf ein einzelnes Sandkörnchen genau messen wollten.”
Der geplante Starttermin von MAP ist der 30. Juni. Die Sonde wird drei Monate später den so genannten zweiten Lagrange-Punkt des Erde-Sonne-Systems erreichen. Dieser Punkt liegt auf der Linie Erde-Sonne 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt, in Richtung der der Sonne abgewandten Seite. In den Lagrange-Punkten kann eine Raumsonde stationär positioniert werden, ohne Treibstoff zu verbrauchen. Die Existenz dieser Punkte war vor zwei Jahrhunderten von dem französischen Mathematiker Joseph-Louis Lagrange vorhergesagt worden.
Axel Tillemans





