Wir wollen den Robotern beibringen, über jedes Problem, das sich ihnen in den Weg stellt, genauso nachzudenken wie ein Astronaut es tun würde. So beschreibt Ayanna Howard die Aufgabe der NASA-Forschungsgruppe für künstliche Intelligenz.
Bisher werden alle NASA-Missionen von der Erde aus kontrolliert. Die Raumsonden und die auf Planeten abgesetzten Roboter senden ihre Daten per Funk zur NASA und erhalten auf gleichem Wege retour Anweisungen für weitere Aktionen. Lediglich für einige vorhersehbare Notfälle sind in die Bordcomputer Notroutinen einprogrammiert. So konnte beispielsweise die Raumsonde NEAR-Shoemaker im Dezember 1998 den bei einem Positionsmanöver verlorengegangenen Kontakt zur Erde wieder herstellen.
Das Ziel der NASA sind Roboter, die eigenständig Entscheidungen treffen und kein menschliches Eingreifen mehr benötigen. Den ersten Test eines so genannten “autonomen Fernagenten” machte die NASA im Mai 1999 bei ihrer Deep-Space-1-Mission.
Dem Fernagenten, einem intelligenten Programm auf dem Bordcomputer, wurde für mehrere Tage das Kommando über Deep Space 1 übertragen. Er hatte die Sonde nicht nur zu navigieren, sondern musste zusätzlich mit einigen Fehlfunktionen fertig werden, die die NASA-Wissenschaftler arrangiert hatten. Unter anderem erkannte der Agent einen fehlerhaften Sensor und ignorierte die Informationen, die dieser lieferte. Den Ausfall einer Düse, die in bestimmten Situationen für die Orientierung der Sonde im All verantwortlich ist, kompensierte der Agent, indem er die Sonde in einen Flugmodus brachte, der genau diese kritischen Situationen ausschloss.
Axel Tillemans





