Sie haben angeblich zehn Schiffe versenkt. Warum wurden Sie für solche Taten nie inhaftiert?
Als wir 1985 die halbe isländische Walfangflotte versenkt haben, sagte ich: Hier bin ich, verhaftet mich! Aber ihre Schiffe waren illegal unterwegs. Sie wussten, wenn sie mich anklagen, beschuldigen sie sich selbst.
Sie versenken Schiffe, um Wale zu retten. Haben Sie schon einmal einen Menschen verletzt?
Nein, seit 1977 ist nie jemand zu Schaden gekommen.
Glauben Sie, gewaltfreies Protestieren ist sinnlos?
Ich glaube nicht an Protest. Für mich ist das unterwürfig: “Bitte, bitte bringt die Wale nicht um!” Und sie machen es doch. Sea Shepherd ist eine intervenierende Organisation, die sich gegen illegale Operationen wendet. Wir schreiten gegen Wilderer ein, Kriminelle. Wir sind seit zwölf Jahren Partner der Galapagos Rangers und der ecuadorianischen Bundespolizei. Wir haben über 65 Schiffe hochgenommen und stellen Boote für Patrouillen. Wir sind eher eine Art Polizei.
Wieso wurden Sie aus Greenpeace ausgeschlossen? Man sagt, wegen Ihrer radikalen Methoden…
Ich habe 1977 einem Robbenfänger die Keule aus der Hand gerissen und ins Wasser geworfen. “Wir können keinen Diebstahl dulden”, sagte der damalige Präsident von Greenpeace Kanada, Patrick Moore. Moore ist heute ein PR-Typ, der Atomindustrie, Abholzung, Lachsfarmen und Biochemie unterstützt. Ich rette immer noch Wale und Robben.
Aber Greenpeace bewirkt doch relativ viel für die Umwelt – ohne zu zerstören…
Greenpeace Australien zum Beispiel macht all diese genetisch veränderten Pflanzen kaputt. Sie brechen ein und machen sie platt. Ich verstehe den Unterschied nicht. Greenpeace verurteilt uns. Aber sie zerstören selbst das Eigentum anderer.
Wie ist Ihr Verhältnis denn nun nach all den Jahren?
Das ist eine Riesen-Bürokratie, eine Organisation, die mit dem guten Gewissen anderer Geschäfte macht. Die Leute hängen Banner auf. Sie nennen das “Zeugnis ablegen”. Aber du siehst doch nicht auf der Straße zu, wie eine Frau vergewaltigt wird, und machst nichts. Das ist für mich heuchlerisch, und ich unterstütze das nicht.




