Einem aktuellen EU-Bericht zufolge nehmen die durch den Verkehr bedingten Umweltbelastungen in Europa weiter zu. Zu den Folgen befragten wir Prof. Volker Schindler vom Institut für Straßen- und Schienenverkehr an der Technischen Universität Berlin.
Welche Risiken stellt diese Entwicklung für den Menschen dar? Zunächst müssen wir zwischen umwelt- und gesundheitsschädlichen Abgasen unterscheiden. Während das erhöhte Verkehrsaufkommen unmittelbar eine Zunahme des Klima- und Treibhausgases Kohlendioxid mit sich bringt, hat die Emission von gesundheitsschädlichen, Krebs erregenden Abgasen in den letzten Jahren deutlich abgenommen.
Haben Sie dafür eine Erklärung? Durchaus: Das ist eine Konsequenz der immer schärferen Abgasgrenzwerte für Neufahrzeuge in ganz Europa.
Sind demnach Sorgen um die Gesundheit überflüssig? Keineswegs. So weiß man noch immer nicht, wie die Gefahren durch Partikelemissionen bei der Dieselverbrennung zu bewerten sind. Die Einschätzungen reichen von „ungefährlich” bis „im hohen Maße Krebs erregend”.
Wäre da nicht die Entwicklung von Motoren mit geringerem Kraftstoffverbrauch sinnvoll? Direkteinspritzende Benzinmotoren sind deutlich sparsamer als die heute fast ausschließlich verwendeten Ottomotoren mit Dreiwege-Katalysator. Sie haben aber höhere Schadstoff-Emissionen. Will man diese vermeiden, müssen hochwertigere Kraftstoffe verwendet werden. Das erfordert aber Herstellungsverfahren mit höherem Energieverbrauch. Die Folge: Das CO2 gelangt bereits bei der Kraftstoffherstellung in die Umwelt.
Hans Groth





