Eine neue Methode, Lungenkrankheiten durch einfaches Horchen zu diagnostizieren, haben die israelischen Forscher Yigal Kushnir und Meir Butbul entwickelt. Dieses „Vibration Response Imaging” wurde von Thomas Otto Friedrich Wagner, Professor für Pneumologie an der Universität Frankfurt am Main, getestet. bdw hat ihn zu seinen Ergebnissen befragt.
Wie funktioniert „Vibration Response Imaging”?
Es basiert auf einem Gerät, das „Deep Breeze” heißt und im Prinzip ein riesiges Stethoskop ist. Auf der Brust und auf dem Rücken der Patienten werden über 120 Mikrofone angebracht, die die Atemgeräusche aufnehmen. Die Informationen über Lautstärke und Charakter der Geräusche werden mit einer Software zu einem dreidimensionalen Bild verarbeitet.
Welche Art Lungenerkrankungen kann man damit diagnostizieren?
Mein Team untersucht, ob man mit Deep Breeze Lungentumore erkennen kann. Andere Gruppen testen die Diagnose von Lungenentzündungen – das scheint besonders gut zu funktionieren – und verfolgen das Geschehen nach Lungentransplantationen.
Kann Deep Breeze ein Röntgengerät ersetzen?
Es kommt darauf an, welche Fragestellung man hat. Der Vorteil von Deep Breeze ist, dass man damit die Verteilung der Luft auf die rechte oder linke Lungenhälfte oder in die oberen und unteren Lungenabschnitte darstellen kann. Dies gibt Aufschlüsse über die Lungenfunktion. Mit Röntgenstrahlen geht das nicht. Bei Lungenkrebs-Patienten kann man auf Röntgen allerdings nicht verzichten. Deep Breeze könnte aber immerhin die Hälfte der vielen Röntgenaufnahmen bei ihnen ersetzen.





