Sonne kann Hautkrebspatienten helfen. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommt eine Studie von US-Forschern der University of New Mexico in Albuquerque. Danach starben Patienten mit einem malignen Melanom, die viel Zeit in der Sonne verbrachten, seltener an den Folgen ihrer Erkrankung. Wir befragten den Mediziner Eckhard W. Breitbart von der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP).
Wie ist das Ergebnis dieser Studie zu bewerten?
In zahlreichen Studien wird der positive Effekt von Sonnenlicht auf die Entwicklung verschiedener Krebserkrankungen beschrieben. Die Gründe dafür sind bekannt: Der Körper produziert unter UV-Bestrahlung Vitamin D3, das die übersteigerte Zellteilung bei der Entstehung und Weiterentwicklung eines Krebsleidens unterdrücken kann.
Kann Sonne demnach vor Hautkrebs schützen oder ihn eindämmen?
Wir brauchen nur sehr wenig Sonnenstrahlung, um die beschriebenen positiven Effekte zu bekommen. 10 bis 15 Minuten am Tag reichen völlig aus. Wird die Haut aber über Stunden der Sonne ausgesetzt, so überwiegt ihre negative Wirkung. Das Vitamin D3 zerfällt wieder in zwei völlig inaktive Substanzen und das Reparatursystem der Haut wird mit der Belastung nicht mehr fertig.
Sind die Ergebnisse der Studie also falsch?
Sie sind zumindest fragwürdig, denn die Untersuchung basiert auf den Aussagen von 500 Melanom-Patienten, die über die Häufigkeit von verschiedenen Sonnenbelastungen in ihrer Vergangenheit Auskunft geben mussten. Können Sie sich aber daran erinnern, wie viele Sonnenbrände Sie in Ihrer Jugend gehabt haben? Nach wie vor ist die Meinung anerkannter Experten, dass zu viel Sonne ungesund ist.





