Seit 1760 hatte die mandschurische Qing-Regierung den Handel mit ausländischen Kaufleuten auf die südchinesische Stadt Kanton (Guangzhou) beschränkt. Westlichen Händlern war es fortan nur noch erlaubt, über diesen Hafen ihre Geschäfte zu tätigen, die auf chinesischer Seite von durch die Zentralregierung lizenzierten chinesischen Kaufleuten monopolisiert wurden (Cohong-System). Zudem durften sich die europäischen Kaufleute nur in den „Dreizehn Faktoreien“, einem eng eingegrenzten Gebiet nahe der Insel Shameen außerhalb Kantons, aufhalten. Jeglicher Zutritt zu China darüber hinaus war ihnen verboten.
Für beide Seiten war der Handel äußerst lukrativ. Auch die chinesische Zentralregierung profitierte, sie erhob über ihren Aufsichtsbeamten, den sogenannten Hoppo, Einfuhrgebühren. Seide, Porzellan und vor allem Tee bezogen die Briten und andere westliche Handelsvereinigungen oder private Händler aus China. Diese Güter mussten sie in der Regel in Silber bezahlen, da Silber innerhalb Chinas seit dem 15. Jahrhundert zur Hauptwährung bei größeren monetären Transaktionen geworden war.
Silber war in China teurer als in den meisten anderen Teilen der Welt, den westlichen Händlern bescherte das einen zusätzlichen Währungsgewinn. China musste für seine wachsende Nachfrage nach Silber mit großen Mengen an zum Teil hochwertigen Waren bezahlen. Während um das Jahr 1720 etwa 12 700 Tonnen Tee exportiert wurden, waren es 1830 rund 360 000 Tonnen. Bei den Seidenwaren stiegen die ungefähren jährlichen Ausfuhrzahlen von 1200 (um 1750) auf 6400 Pikul (um 1830). Das asiatische Gewichtsmaß Pikul entspricht rund 60 Kilogramm, also der Menge, die ein einzelner Träger gerade noch auf der Schulter tragen kann. Bei feinen Baumwollstoffen steigerte sich die Ausfuhr von 338 000 (1785 –1791) auf 1 415 000 Ballen (1814 –1820). Auch große Mengen Gold dürften das Land verlassen haben. …
Den vollständigen Artikel finden Sie in DAMALS 09/2013.
Prof. Dr. Hans Ulrich Vogel




