Der Biomechaniker Oliver Röhrle von der Universität Stuttgart erhält für seine Forschungen einen ERC Starting Grant in Höhe von 1,6 Millionen Euro. Der Europäische Forschungsrat würdigt damit die Arbeit des 39-Jährigen an der Simulation von Bewegungsabläufen bei Patienten, denen das Bein über dem Knie amputiert wurde und die eine Prothese tragen. Röhrle hat dafür Computermodelle entwickelt, mit denen das Verhalten von Skelettmuskeln auf externe Reize virtuell untersucht werden kann. Das hat großen Nutzen, erklärt der Wissenschaftler: „Indem wir mithilfe von dreidimensionalen Computermodellen für verschiedene Bewegungsszenarien simulieren, welche dynamischen Eigenschaften in der Muskulatur der betroffenen Beine vorherrschen, können wir einen wertvollen Beitrag zur Verbesserung des Zusammenspiels von Beinstumpf und Schaft leisten.” Der Schaft ist das oberste Prothesenglied. Er muss individuell angefertigt werden und nimmt das Körpergewicht auf, um es großflächig auf die unteren Teile der Prothese zu übertragen. Röhrles Forschungen haben entscheidend dazu beigetragen, die Prothesen für die Betroffenen zu optimieren.





