Musizieren trainiert das Gehirn und verbessert die Feinmotorik erheblich. Außerdem schärft Musik das räumlich-visuelle Gedächtnis. Das ist schon länger bekannt. Aber das ist noch nicht alles: Wer ein Instrument spielt, kann im Alter besser hören. Das haben jetzt kanadische Forscher um Benjamin Rich Zendel vom Baycrest’s Rotman Research Institute in Toronto festgestellt.
Bei einer Studie untersuchten sie 74 Musiker und 89 Nichtmusiker im Alter zwischen 18 und 91 Jahren. Die Teilnehmer absolvierten mehrere Hörtests mit verschieden lauten Tönen und wurden mit dem sogenannten Cocktailparty-Phänomen konfrontiert: Trotz lauter Hintergrundgeräusche sollten sie Gesprochenes verstehen – eine Fähigkeit, die normalerweise mit dem Alter deutlich nachlässt. Wie sich zeigte, waren die Musiker dabei deutlich im Vorteil. Während es bei der reinen Geräuschwahrnehmung – also laut und leise – kaum Unterschiede gab, kamen 70-jährige Musiker mit den Cocktailparty- Geräuschen genauso gut zurecht wie 50-jährige Nichtmusiker.
Zendel begründet das Ergebnis seiner Studie damit, dass das Spielen eines Instruments die zentrale auditive Verarbeitung des Gehirns trainiere und es sich dadurch im Alter langsamer verschlechtere. Der Psychologe meint: „Wie in anderen Bereichen gilt auch hier: Use it or lose it.”





