Könnte das menschliche Ohr das Brummen der Erde wahrnehmen, würde es eine schrille Kakofonie aus wild durcheinander wirbelnden Lauten hören. Überlagert wären diese Misstöne von einem Konzert aus diversen, nur für kurze Zeit auflebenden Klängen, kreiert etwa von Erdbeben und Vulkanen. Der Geophysiker Frank Scherbaum vom Institut für Geowissenschaften der Uni- versität Potsdam und der Berliner Komponist und Tontechniker Wolfgang Loos haben aus diesem Gemisch von akustischen Wellen die eindrucksvollsten Töne herausgefiltert und zu einer Sinfonie der Erde verwebt. Dazu übersetzte Scherbaum zunächst die unhörbaren Schwingungen des Globus mithilfe von mathematischen Verfahren in den von den menschlichen Ohren hörbaren Frequenzbereich. Anschließend erstellte Loos daraus eine exzentrische Komposition tiefer, mittlerer und hoher Frequenzen in verschiedener Lautstärke und Länge. Das Kreativteam aus Forscher und Tonkünstler schöpfte zum Beispiel aus dem Tonfundus eines Erdbebens in Kolumbien. Auch das Klangmuster von Vulkaneruptionen zapften sie an: etwa vom Ausbruch des Ätna auf Sizilien sowie des Merapi und Semeru in Indonesien.





