Viele unserer Alltagsprodukte enthalten sogenannte per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS). Dazu zählen beispielsweise Kleidung und Kosmetika sowie Beschichtungen. Die Chemikalien sind in der Industrie beliebt, weil sie wasser-, fett- und schmutzabweisend und extrem stabil sind. Wegen dieser Eigenschaften gelten sie jedoch auch als „Ewigkeitschemikalien“, die sich in der Natur anreichern. Einige der Substanzen sind auch als gesundheitsschädlich eingestuft.
Wenn die PFAS-haltigen Produkte nicht mehr gebraucht werden, landen sie im Müll und schließlich auf großen Mülldeponien. Dort landet häufig auch Schlamm aus Kläranlagen, der ebenfalls PFAS enthält. Wenn es regnet, können sich die Chemikalien aus dem Müll und Schlamm lösen und ins Abwasser der Deponie sickern, wo sie in der Regel aufwendig herausgefiltert werden, um nicht das Grundwasser zu kontaminieren. Darüber hinaus entstehen auf Müllhalden aber auch Gase, die bislang meist ungefiltert in die Umgebungsluft ausgestoßen werden. Diese „Rülpser“ bestehen größtenteils aus Methan und Kohlenstoffdioxid (CO2) aus dem Zersetzungsprozess organischer Müllbestandteile.
Doch auch bestimmte PFAS-Chemikalien, sogenannte Fluortelomeralkohole (FTOH), können in den Deponie-Abgasen enthalten sein, wie kürzlich zwei Studien ergeben haben. Diese Alkohole können mit der Luft über weite Strecken transportiert werden und beim Einatmen unter Umständen giftig sein.

Chemische Analyse der Mülldämpfe
Um die mögliche Gefahr, die von diesen Substanzen ausgeht, besser abschätzen zu können, hat ein Team um Ashley Lin von der University of Florida nun genauer untersucht, wie viele Fluortelomeralkohole und andere PFAS-Chemikalien Mülldeponien über ihre Abgase ausstoßen. Dafür analysierten die Forschenden die Bestandteile der „Rülpser“ von drei Müllhalden in Florida, indem sie dort die freigesetzten PFAS aus den Deponiegasen extrahierten und ihre Menge quantifizierten. Insgesamt testeten sie die Abluft auf 27 flüchtige PFAS-Substanzen, darunter auch Fluortelomeralkohole.
Die Auswertung ergab, dass sich in den Gasen der drei untersuchten Deponien deutlich mehr Fluortelomeralkohole befanden als in der Abluft früherer untersuchter Müllhalden. Drei dieser fluorhaltigen Alkohole stachen dabei mit besonders hohen Werten heraus, die sogar die angelegte Messskala sprengten, wie das Team berichtet. Zudem fanden sich in den Dämpfen auch andere PFAS-Chemikalien wie Fluortelomer-Olefine (FTO), Fluortelomeracetate (FTOAc) und Fluortelomermethylacrylate (FTMAc). Insgesamt fanden die Forschenden 13 Chemikalien, die zusammen Konzentrationen zwischen 22000 und 33000 Nanogramm pro Kubikmeter Luft erreichten.





