Auch wenn der Autor Joachim Poeschke bescheiden bekennt, vor allem den interessierten Laien und Studierende im Blick zu haben, wird der Fachmann das Buch ebenso dankbar zur Hand nehmen. Wissenschaftlich auf dem aktuellen Forschungsstand, ist das Werk verständlich und gut lesbar geschrieben, was kein Widerspruch sein muss.
Eine ausführliche und reichillustrierte Einleitung bietet zunächst einen Gesamtüberblick über die in Italien erhaltenen Mosaiken und ordnet diese in ihren zeit-, kunst- und bedeutungsgeschichtlichen Kontext ein. Dieser Überblick stellt zugleich die Grundlage für die eingehende Behandlung von 19 ausgesuchten Mosaikprogrammen dar, die in hervorragenden Ganz- und Detailaufnahmen abgebildet werden (acht in Rom, sechs in Ravenna, je eines in Cefalù, Palermo, Monreale, Venedig und Florenz).
Besonderes Augenmerk widmet der Verfasser dem schwierigen Problem der Deutung. Dabei gelingt es ihm in überzeugender Weise, die theologischen Implikationen und den „synthetischen“, aus unterschiedlichen Zeit- und Bedeutungsebenen zusammengesetzten Charakter der Bildkompositionen für den heutigen Betrachter nachvollziehbar darzulegen. Poeschke berücksichtigt dabei die sich verändernden historischen Voraussetzungen ebenso wie den zeitweise dominierenden byzantinischen Einfluss. Gelegentliche Literaturverweise im Text, eine ausführliche Bibliographie und zwei Register regen zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung an. Ein vergleichbares Werk wünschte man sich für die Mosaiken aus dem oströmisch-byzantini-schen Bereich, obwohl der Bestand an erhaltenen Werken dort weitaus geringer ist.
Rezension: Effenberger, Arne




