Um die Motive der ETA-Gründer zu verstehen, ist es notwendig, sich die spezifische Situation des Baskenlandes während der langjährigen Diktatur Francisco Francos zu vergegenwärtigen – von 1939 bis zu seinem Tod 1975 beherrschte der General das Land. Einerseits hatten in den 1950er Jahren die sichtbarsten Auswirkungen politischer Repression zugunsten einer allmählichen außenpolitischen Anerkennung nachgelassen. Dazu zählten das Kooperationsabkommen mit den USA und das Konkordat mit dem Vatikan 1953 sowie der Beitritt zur UNO 1955. Andererseits blieb das Hauptmerkmal des Regimes eine autoritär-zentralistische Haltung. Diese verneinte die sprachliche und kulturelle Vielfalt des spanischen Staates rigoros.
Der Gebrauch der baskischen Sprache – Euskera – in der Öffentlichkeit blieb nach wie vor verboten. Als eine der wichtigsten Industrieregionen Spaniens unterlag das Baskenland darüber hinaus tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen: Die zunehmende Urbanisierung und die Masseneinwanderung aus anderen spanischen Regionen ins Baskenland wirkten sich wiederum auf das politische Klima dort aus. Die stärkste nationalistische Kraft, die Nationalistische Baskische Partei (PNV/EAJ), der es im Oktober 1936 gelungen war, ein Autonomiestatut für das Baskenland zu erreichen, gehörte zu den Verlierern des Spanischen Bürgerkriegs. Ihre Führung befand sich seit Ende der 1930er Jahre im französischen oder lateinamerikanischen Exil und war dementsprechend vom Geschehen in der Heimat weitgehend abgeschnitten. …
Den vollständigen Artikel finden Sie in DAMALS 07/2014.
Dr. Antonio Sáez-Arance




