Am 14. September 1862 brachen vier Engländer, drei Männer und eine Frau, zu einer Landpartie in der Umgebung von Yokohama auf. Zwei von ihnen, William Marshall und Woodthorpe C. Clarke, lebten schon seit geraumer Zeit in Japan und gingen in der jungen Hafenstadt in der Bucht von Edo (Tokio) ihren Geschäften nach. Mrs. Borrodaile dagegen war die Frau eines Kaufmanns in Hongkong und hielt sich nur zu Besuch in Yokohama auf. Charles Lennox Richardson kam ebenfalls aus China, befand sich aber auf der Heimreise nach Europa. Er hatte 14 Jahre als Kaufmann in Shanghai gelebt. Von Japan hatte er keine Ahnung. Vielmehr ging er wie viele Europäer davon aus, dass zwischen Chinesen und Japanern kein wesentlicher Unterschied bestehe, dass er als „Weißer“ einer höheren Rasse angehöre und dass er sich gegen die Einheimischen jederzeit durchsetzen könne.
Ziel des Ausflugs war der Daishi-ji oder Heigen-ji in Kawasaki, ein Tempel der buddhistischen Jingon-Sekte, der von vielen Pilgern besucht wurde. Man fuhr mit dem Schiff über die Bucht von Kanagawa, bestieg am anderen Ufer die Pferde und ritt weiter nach Nordosten, in Richtung Kawasaki. Man benutzte den Tokaido, jenen alten Verkehrsweg, der die kaiserliche Residenzstadt Kyoto mit dem Sitz des Shoguns in Edo verband. Kaufleute, Pilger, Vergnügungsreisende und einfaches Volk waren auf dieser Straße unterwegs. Zudem, nicht so häufig, die hohen Adligen, die mit großem Gefolge, mit Kriegern und Dienern, nach Edo zogen, weil sie jedes zweite Jahr dort verbringen mussten. …
Den vollständigen Artikel finden Sie in DAMALS 03/2013.
Prof. Dr. Volker Reichert




