Trockengelegte Moorgebiete zu renaturieren oder gefährdete Moore vor Raubbau zu schützen, kostet Geld. Das kann aus öffentlichen Haushalten kommen oder aus Spenden, die von Naturschutzverbänden wie dem Bund für Umwelt- und Naturschutz und dem Naturschutzbund (Nabu) für diesen Zweck gesammelt wurden. Eine innovative Finanzierung haben Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg gefunden: die „Moor-Futures”.
Futures sind eigentlich Börsen-Terminkontrakte. Bei den Moor-Futures handelt es sich dagegen um Zertifikate im freiwilligen Emissionshandel. Die Idee: Unternehmen, aber auch Privatleute, können die Zertifikate kaufen, um Emissionen auszugleichen, die zum Beispiel im Geschäftsbetrieb oder durch das Autofahren entstehen. Die Gelder werden in den Moorschutz gesteckt, pro Zertifikat wird eine Tonne CO2 oder die äquivalente Menge anderer Treibhausgase vermieden.
Das erste Moor-Futures-Projekt war 2012 die Wiedervernässung des Polders Kieve, eines Gebiets im Süden des mecklenburgischen Landkreises Müritz, das vorher zur Beweidung und Mahd genutzt wurde. Bei einer Projektlaufzeit von 50 Jahren werden nach Berechnungen der Universität Greifswald fast 15 000 Tonnen CO2 weniger emittiert. Ein Großteil der Zertifikate – Kosten: 35 Euro pro Stück – wurde bereits verkauft. Um die Renaturierung des Moors Rehwiese bei Freienhagen in Brandenburg zu finanzieren, werden 6744 Futures angeboten. Der Preis beträgt wegen der höheren Kosten der Maßnahmen 67 Euro. Die CO2-Vermeidungskosten liegen im Vergleich zu anderen Maßnahmen wie Umrüstung auf effiziente Beleuchtung oder Wärmedämmung von Häusern relativ hoch. Allerdings geht es beim Moorschutz ja nicht nur um das Klima, sondern etwa auch um den Schutz der Artenvielfalt oder eine bessere Wasserqualität – Vorteile, die nur schwer in Geld umgerechnet werden können.





