Ganz andere Geräusche können Menschen nach dem Konsum solcher prickelnder Getränke von sich gegeben. Als Kinder haben wir sehr schnell gelernt: Wenn man ein paar ordentliche Schlucke davon trinkt, kann man wenig später hervorragend lang und laut über den ganzen Tisch rülpsen. Mit ein bisschen Übung sogar alle Selbstlaute hintereinander. Wie sehr man Menschen damit Freude machen konnte, war allerdings stark von der Zusammensetzung des Auditoriums abhängig.
Dass CO2 heute keinen guten Ruf mehr hat, liegt vor allem an seiner Tätigkeit als Treibhausgas. Tatsächlich haben wir aber schon seit fast 170 Jahre eine Vorstellung davon, was dieses Molekül macht, wenn es in die Atmosphäre gelangt. Bis vor gut 14 Jahren ist man davon ausgegangen, dass der Ire John Tyndall das Phänomen im Jahr 1859 als erster beschrieben hat. So weit, so üblich fürs 19. Jahrhundert: Ein Mann entdeckt etwas und wird dafür bekannt. Nicht ganz so üblich, aber auch nicht völlig unüblich ist, dass die Entdeckung eigentlich einer Frau gebührt. Denn seit 2010 weiß man: Die US-Amerikanerin Eunice Newton Foote war drei Jahre früher dran.
Die unbekannte Klimaforscherin
War sie zu schüchtern und wollte nicht ins Rampenlicht? Nein. Aber als Frau hatte sie im 19. Jahrhundert in der Wissenschaft schlicht kaum etwas zu melden. Deshalb hat man Footes Forschung nicht ernst genommen. Man weiß nicht einmal, wie sie ausgesehen hat – obwohl sie in ihrem Leben zahlreiche öffentliche Auftritte bestritten hat, auch als Frauenrechtlerin. So hat sie 1848 etwa die Declaration of Sentiments mitunterzeichnet, ein Manifest mit der Forderung nach gleichen Rechten für Frauen und Männer, das den Beginn der Frauenrechtsbewegung in den USA darstellt.
Bei einer ihrer Reden hätte sie fotografiert werden können. Oder wurde es vielleicht sogar. Um das herauszufinden, wird inzwischen in den Sozialen Medien unter dem Hashtag #findeunicefoote nach Bildern von ihr gesucht. Tatsächlich kursiert sogar das eine oder andere Bild von ihr im Internet. Allerdings ist nicht klar, ob diese Fotos wirklich Eunice Foote zeigen, oder vielleicht ihre Tochter oder eine Freundin.
Doch auch wenn ihr Aussehen heute unbekannt ist, wissen wir immerhin, worüber sie geforscht und was sie herausgefunden hat. Sie hat viel experimentiert und eben als Erste beschrieben, dass Luft mit mehr CO2 schneller warm wird und länger warm bleibt als Luft mit weniger CO2. Das wollte sie 1856 auch auf einer Konferenz vortragen, durfte aber nicht. Stattdessen musste sie einen Mann eine Zusammenfassung ihrer Forschungsergebnisse vorlesen lassen. Der US-amerikanische Physiker Joseph Henry, dem diese Aufgabe zukam, betonte in seiner Vorbemerkung zwar sogar: „Wissenschaft hat keine Nationalität und kein Geschlecht.“ Viel geholfen hat es aber nicht. Der wissenschaftliche Aufsatz von Eunice Newton Foote wurde nicht einmal in die Veröffentlichungen der Tagung inkludiert, sondern ist erst später anderswo erschienen.





