Johann Ludwig von Wallmoden-Gimborn, der uneheliche Sohn des englischen Königs Georg II., ließ zwischen 1779 und 1782 in Hannover ein Palais für seine antike Kunstsammlung errichten, die er in Italien zusammengetragen hatte. Heute beherbergt das Palais Kunst ganz anderer Art, nämlich Karikaturen, aber auch von diesen lassen sich Verbindungslinien zum einstigen Hausherrn ziehen: Amalie Sophie von Wallmoden – Mutter des Palais-Eigentümers und einflussreiche Mätresse von Georg II. – war nicht nur Geschenken des englischen Königs zugetan. Sie verschaffte auch Anliegen, die ihr vorgetragen wurden, nur für entsprechende Entlohnung Gehör. In der britischen Bevölkerung machte sich Unmut breit über dieses Verhalten. Die Mätresse bekam den Spitznamen „Diamond Queen“. Für Karikaturisten ein gefundenes Fressen: Sie griffen solche Stimmungen auf und zeichneten sie mit spitzer Feder.
In der Sammlung des Museums „Wilhelm Busch – Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst“ finden sich viele solcher Beispiele. Die 1930 gegründete Wilhelm-Busch-Gesellschaft, die Trägerin des Museums, hat im Lauf der Zeit 35 000 Blätter zusammengetragen. Längst beschränkt sich der Bestand des privaten Vereins mit rund 2500 Mitgliedern nicht mehr nur auf Zeichnungen, Gemälde und Skizzen aus der Hand Wilhelm Buschs (1832 –1908). Dem Schöpfer von Werken wie „Max und Moritz“ gebührt aber nach wie vor Ehre: In der Ausstellung zum 75-jährigen Bestehen des Museums (noch bis zum 29. September 2013) ist ihm ein eigener Raum gewidmet, mit humoristischen Charakterstudien und Dichtungen sowie Porträts und Landschaftszeichnungen. …
Den vollständigen Artikel finden Sie in DAMALS 07/2013.
Johannes Kühner




