Die Chancen stehen gut
Ich glaube, die Chancen stehen gut, dass wir auf dem Mars lebendige Wesen finden”, sagt Melanie Mormile vom Department of Biological Sciences an der University of Missouri-Rolla. “Auch wenn Mikroorganismen für die meisten Menschen weit weniger aufregend sind als Außerirdische mit großen Augen, so denke ich doch, dass uns noch einige aufregende Entdeckungen bevorstehen”. Mormiles Optimismus entstammt dem Fund eines Bakteriums, das 250 Millionen Jahre lang im Salz Neumexikos überlebte. Jetzt hofft sie, dass die Antwort auf die Frage nach dem Leben auf dem Mars in den dort weit verbreiteten Sulfaten und Chloriden liegt.
Noch handelt es sich bei jenem Bakterium um einen Einzelfund. Es ist zudem nicht ausgeschlossen, dass der Mikroorganismus erst viel später in die Salzprobe gelangte. Zumal sich die Art von den heutigen wenig oder gar nicht unterscheidet. Die Forscher müssen also fieberhaft nach weiteren Belegen suchen. Noch nie zuvor stieß man auf derart altes Leben, auch wenn Bakterien an den extremsten Standorten zu finden sind. Ob im kochenden Wasser heißer Quellen oder im ewigen Eis der Arktis, ja selbst in radioaktiven Abfällen lebt es sich gut – auf mikroskopisch kleinem Niveau jedenfalls. Auch im Bauch einer 25 Millionen Jahre alten Biene – konserviert in einem Stück Bernstein – haben sie schon überlebt.
Die NASA zumindest glaubt an Melanie Mormile und finanziert einen großen Teil ihrer Arbeiten. Am 26. Oktober 2000 verkündete die Weltraumbehörde, dass sie während der kommenden zehn Jahre sechs Roboter zum roten Planeten schicken will. Das vorrangige Ziel der Missionen soll die Suche nach außerirdischem Leben sein.
Joachim Schüring





